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Geocaching oder wo ist die verdammte Dose?

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Durch Zufall gefunden, eine Cacheente

Durch Zufall sind wir im Spätsommer 2012 auf dieses tolle Hobby gekommen, haben desöfteren schon davon gehört, aber es nie weiter verfolgt. Auf einer Mottenhundrunde traf ich auf 2 Personen, die verdächtigt durch die Büsche streiften. Kaum sahen sie Leute, blieben sie stehen und guckten dumm durch die Gegend. Waren alle weg, ging es weiter, links, dann rechts, wieder zurück….schielten immer wieder auf einen Apparat in ihren Händen, guckte sich an, zuckten beide mit den Schultern. So ging es einige Zeit. Ich, Gattung neugierige Frau, konnte nicht länger still bleiben, ich musste wissen, was die dort treiben. Also hin. Kann ich helfen?  4 Augen guckten mich entsetzt an. Nö. Alles gut. Toll, dann nicht! Ich bin weiter. Am nächsten Tag, hatte es schon fast vergessen, traf ich wieder auf die beiden Suchenden. Diesmal an einem alten Dampferanleger, der nicht mehr befahren wird. Wieder suchende Augen. Ich wieder hin. Was macht ihr denn? Dank meiner Sturheit, ich blieb stehen und wartete trotzig auf eine Antwort, erfuhr ich nun von ihrer Aktion. Sie cachen. Ah, super, hab ich mal von gehört.  Echt? Ja, das bringt echt Spaß. Sie erklärten mir alles vom Cachen. Wie man was macht, wo man sucht, welche Homepage geeignet ist und und und. Mir qualmte der Kopf nach dem ganzen Input, aber ich wollte nun auch cachen. Zu Hause konnte ich gar nicht abwarten, das mein Mann von der Arbeit kommt. Nachtdienst. Ok, warten bis zum Morgen. Morgens um halb 7 hatte er vollstes Verständnis für mein neues Hobby, unser Hobby. Ja, das machen wir. Mittags , als er endlich wieder unter den Lebenden gehörte, wusste er nichts mehr von unserem Hobby. Angemeldet waren wir aber schon auf der Homepage, wir waren jetzt offieziell Cacher , zumindestens im Net. Puh, schnell schauen was wir brauchen. Ein GPS Gerät. Es gibt zig verschiedene, aber wir entschieden uns dann für ein Magellan. Hörte sich gut an. Wenn wir irgendetwas gut finden, machen wir das meistens, ohne viel Schnickschnack, ohne viel Infos, wir machen es einfach, so wie das Cachen. Learning by doing oder wie das so nett heisst. Das Gerät hatten wir nun, ein Bleistift oder Kuli zum Loggen. Das war es erst einmal. Auf der HP suchten wir uns dann einige Cache aus der Umgebung raus. Zu Fuss ging es an die Förde, an der wir damals noch recht nah dran wohnten und machten uns auf die Suche. Vorher haben wir noch schnell gegoogelt, was man überhaupt so macht. Koordinaten ins Gerät einspeisen. Wir wollten ja nicht wie Blödmänner aussehen, wenn wir dann loslegen. Gerät an und immer hinterm Pfeil her( Kompass), sogar mit Meterangabe. Oh, nur noch 5m. Ein Feld blinkte auf. Das hiess wohl, das wir es gefunden haben. Aber wo ist es? Hier standen Rosensträucher und eine Laterne, aber keine „Dose“!?  Da wir ja Anfänger waren, hatten wir zu Hause einige Daten ausgedruckt. Logeinträge mit hilfreichen Kommentaren. Bei manchen stand sogar ein Lösungsweg in äh….Buchstabensalat?

ROT-13-Dechiffrierungsschlüssel:

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
————————-
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(der Buchstabe oben entspricht entschlüsselt dem darunterstehenden
und umgekehrt)

Zum Beispiel: zntargvfpu      das dann heisst: magnetisch

Alles klar? Es gibt zig Verschlüsselungsarten. Aber auch Lösungsbücher. Nachdem wir die Kommentare gelesen hatten, waren wir auch nicht schlauer. Kurz nach dem Aufgeben, konnten wir uns die Blösse nicht geben, wirklich schon beim ersten Cache das Handtuch zu schmeissen. Wir strengten noch mal unsere Gehirnzellen an und guckten noch mal….und noch mal nach oben. Da hing doch was an der Laterne. Eine Art Schraube. Es war eine Mutter mit Magnet. In dieser war dann ein Nanominiding mit einem noch kleineren Zettel, auf dem wir uns eintragen sollten. Lupe? Irgendwie bekammen wir unseren Cachenamen drauf, irgendwie, wahrscheinlich unlesbar für die Nachkömmlinge, aber egal. Unser erster Cache! War ja gar nicht so schwer. Er hatte eine Schwerigkeitsstufe für Anfänger, aber naja.Wir gaben also nicht auf. Und suchten den nächsten. Diesmal sollte es wirklich eine Dose sein. Mitten auf einem Steilhang, umgeben mit Bäumen und Matsch, gab das Gerät Bescheid, das wir nun suchen dürfen. Laut Verschlüsselung in einem Loch unten. Da steht man dann mitten auf einem Hang mit Bäumen, Dreck und Steinchen. Aber es gab kein Loch. Kurz überlegen. Ein Loch? Ein Loch muss ja nicht unbedingt im Boden sein, es kann auch in einem Baum sein. Also wurden alle Bäume im Umkreis von 3 bis 5 m untersucht. Mein Mann schrie, ich hab ein Loch gefunden!!! Schnell hin. Unten am Baumstamm war tatsächlich ein Loch. Versteckt hinter fachmännisch gestellten Ästen. Dahinter verbarg sich dann auch die gesuchte Dose, eine Filmdose, die es noch zu Zeiten gab, wo man seine Filme zum Entwickeln weggab. Schnell loggen und zum nächsten. Ach, brachte es Spaß und dann erst der Erfolg. An diesem Tag fanden wir noch 3 weitere. Was waren wir stolz. Nächstes Wochenende sollte es weitergehen. Etwas professioneller, wir waren ja schon keine Anfänger mehr. Ich suchte in der Woche einge tolle Verstecke raus. Schrieb Lösungswege auf und rätselte ein wenig rum.

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Es gibt verschieden Arten von Caches:

Traditional Cache (Tradi) 

Dieses Art von Geocache kommt in unseren Breitengraden am häufigsten vor. Der „Schatz“ befindet sich genau an den angegebenen Koordinaten, die der Verstecker (Owner) im Netz freigegeben hat. Man muß also keine weiteren Stationen absolvieren um diesen Geocache als gefunden zu betrachten.

Multi Caches

Bei einem Multi Cache gilt es mehrer Stationen zu bewältigen um schließlich an das Finale zu gelangen. Ähnlich der altbekannten, klassischen Schnitzeljagd. Die, im Internet preisgegebenen Koordinaten kennzeichnen den Startpunkt. Von diesem Startpunkt aus, sucht man weiterführende Informationen, muß Hinweise finden oder Fragen beantworten und die Koordinationen für die nächste Station (stage) zu finden.

Mystery or Puzzle Caches

Bei dieser Art von Geocache gilt es in Vorfeld, meist zu Hause, ein mehr oder weniger kniffeliges Rätsel zu lösen. Die richtige Antwort des Rätsels wird, meist mit Hilfe einer angegeben Formel, in Koordinaten umgewandelt. Das „?“ liegt auf der Geocaching-landkarte so gut wie nie an dem wirklichen Punkt des Versteckes. Der Verstecker (Owner) gibt fiktive Koordinaten an, die erst durch das Lösen des Rätsel korregiert werden müssen.

Letterbox Cache

Eine Letterbox kann sowohl als ein „Tradi“ oder aber auch als „Multi“ ausgelegt sein. Das Besonderere an dieser Geocachevariante ist , dass in jeder Letterbox ein Stempel hinterlegt ist. Ein eigenes Finderbuch wird mit dem Stempel aus dem Cache signiert und das Logbuch im Geocache wird mit dem eigenen Stempel (oder mit einem Fingerabdruck) versehen.

EarthCache

Ein EarthCache ist ein Cache ohne Dose und Logbuch. Die Koordinaten zeigen auf einen Ort, der geologisch interessant ist. Es handelt sich hierbei oft um Themen wie: Entstehungsgeschichte der Erde, Gesteinsformen oder Informationen über die Fauna und Flora eines bestimmten Gebiets.Diese Art von Geocache kann als ein Traditional (Tradi) oder eines Multi gestaltet sein.

Wir machen meistens die normalen Tradis oder die Multis.Solche hatte ich dann auch mal rausgesucht. Einiges konnte man schon von zu Hause aus recherschieren, manches erst vor Ort. Das Wochenende kam und es ging los. Unser 2. Mal Cachen . Die Woche über haben wir dann auch mal so geguckt was es überhaupt ist und was man so beachten muss. Hauptsache man sucht unauffällig,weil es überall Muggels gibt. Das sind einfache Passanten. Die Verstecke sollten natürlich nicht für alle sichtbar sein. Auf jeder Dose ist dann meist auch ein Aufkleber,damit man sofort sieht,das es ein Geocache ist und mit der Bitte dieses dort liegen zulassen und nicht zu zerstören. So weiter zu unserem 2. Ausflug in die Schnitzeljagdwelt. Da standen wir nun mit GPS Gerät und vielen Zetteln in der Hand. Den ersten hatten wir gefunden. Mit viel Bückerei und Gesuche, aber wir hatten ihn. Nun stand da ein Rätsel drauf und wir hatten keine Lösung im Kopf. Plötzlich schossen uns zig Ideen durch unser Gehirn. zig waren aber mindesten 23 zu viel, es reichte ein. Es wurde gerechnet, es wurden Buchstaben in Zahlen verwandelt und sie da, wir hatten eine weitere Zahlenkombination, sprich wir hatten die Koordinaten für den weiteren Cache. Juhee. Also zum 2. Punkt. Diesmal war es nur eine einfache Rechenaufgabe. Und ich ohne Taschenrechner. Gut das mein Mann in Mathe gut war, so konnten wir schnell die nächste Koordinaten lösen. Punkt 3 war dann das Ziel. Ist ja voll easy. Ja, Pustekuchen. Da standen wir mal wieder mitten im Matsch, weit und breit nichts zu sehen. Kein Baum, kein Strauch, nix ausser Matsch und Steine. Wir drehten jeden Stein um. Stocherten im Matsch rum. Hier ist nichts! Nach einer gefühlten Ewigkeit, holte mein Mann noch einmal die Rechenaufgabe raus. Äh…Minus? Ah….ja…wie blöd. Verkehrte Zahlen. Wieder gerechnet, diesmal mit einem Minus. Neue Koordinate. Jetzt sah es schon etwas anders aus, es standen 2  3 Bäume in der Gegend und sogar eine alte hölzerne Brücke. Nach 3 minuten hatten wir die Dose gefunden. Ach, ist das alles easy. Eingeloggt und weiter. Doof war, das wir für diesen einen so lange brauchten und irgendie hatten wir Hunger, Durst und die Füße taten weh. Ab ins Auto und es ging nach Hause. So verliefen unsere Wochenenden immer nach dem gleichen Schema, Zettel in der Hand, Gerät geladen und raus an die frische Luft. Der Teeniezwerg hatte 3 Mal Lust an dem Spiel, danach fand sie es einfach nur öde.2f245cef-4336-4a89-9bde-f948381d6aff Nun stand eine neue Aufgabe vor uns. Der Küstentrail. Das war eine ganze Reihe von ausgelegten Cache von Friedrichsort bis kurz vor Eckernförde. Ich weiss nicht mehr, wie viele es waren, aber 100 Stück bestimmt. Mittlerweile war ich schon recht schwanger mit dem Zwerg und wir düsten los, sie lagen alle recht nah beieinander, waren meistens auch recht einfach zu finden. Am Anfang ging es noch, da waren sie noch auf normalen Grund versteckt. Dann fing die Steilküste an. Bergauf, bergab. Und das mit fortgeschrittener Kugel. Teilweise waren wir mit einem Tau unterwegs. Manchmal ging es nur oben an der Küste entlang, aber ab und an mußten wir auch unten suchen. Dann doch wieder oben. Ein Versteck war gemein. Es war oben. Aber eigentlich doch fast unten. Über 2 Bäume ging es mit Tau und viel Mut nach unten. Matschig, rutschig und die Bäume sahen mehr tot als lebendig aus. Als Schwangere musste ich nur von oben dirigieren. Ach war das spannden, der werden Papa fast in Lebensgefahr. Es ging schliesslich bestimmt 10m nach unten. Und wie ihr ja wisst, sind unsere Strände steinig. Aber der Papa hat es geschafft. Weiter ging es. Mittlerweile hatten wir rausgefunden, das man einfach nach Spuren suchen musste. Kleine Pfade im hohen Gras, deutete meistens auf einen Cache hin. Oder nach einer Naturtoilette, das sieht man aber erst, wenn man mittendrin steht. Wir wurden von Bremsen attackiert, von riesen Hornissen verfolgt. Dafür hatten wir immer den besten Ausblick aufs Wasser. Natürlich sprangen wir auch immer mal wieder ins Wasser, machten Picknick an den nettesten Stellen und genossen die, meist, menschenleere Strecke. Irgendwann kamen wir dann auch nach Lindhöft an. Das liegt direkt neben Aschau. Und was da so getrieben wird, hatte ich ja auch schon mal erwähnt. Wir also nichts ahnend mit GPS in der Hand quer über den Strand, mit suchendem Blick. Ich sah das Hundestrandschild und plötzlich knallte ich mit meinem mittlerweile Riesenbauch gegen meinen Mann, der ruckartig stehen blieb. Guck nach unten, dreh dich um. Wir gehen zurück. Äh. Ok. Warum? Ich erhaschte nun doch schnell einen Blick nach vorne. Und was ich da sah, passte zwar zum Wort Hundestrand, aber es hatte nichts mit den Vierbeinern zutun, jedenfalls nicht mit den felligen, die wir so an der Leine Gassi führen. Doggystyle vom Feinsten.  Also, ich fand es ganz amüsant. Diesen Cache haben wir uns dann für den Winter aufgehoben, wenn es knackekalt ist und sich kein Mensch halb nackt nach druassen wagt. Nun fehlte halt nur noch dieser eine Cache. Mittlerweile machen wir dieses Hobby nur noch halbherzig. Wenn mal einer in der Nähe ist, nehmen wir ihn natürlich mit. Aber irgendwie haben wir alle in der Umgebung gemacht und mir bringt es immer noch sehr viel Spaß, auch wenn es nur halb so spannend ist, wie am Anfang. Wer nun auch mal Lust hat auf GPS Schnitzeljagd zu gehen, kann gerne mal Cache Kontor Hamburg vorbeischauen, dort gibt es Tipps, Erklärungen und jeden Menge tolle Sachen, die ein Cacher braucht!

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4 Kommentare zu „Geocaching oder wo ist die verdammte Dose?

  1. Hach ja 🙂 das Cachen
    Ich sollte selber auch mal wieder losziehen. So irgendwie 🙂

    Zu den Filmdosen….die kann man mitlerweile sogar kaufen. Verschiedenfarbig. Grün oder schwarz. Sogar mit Aufkleber und Logbuch. Nach bedarf sogar mit magnet. Der Wahnsinn oder? Also das man die damals einfach so hatte 😉 kaum zu glauben. Ich glaube ich sollte doch ma meine Schränke ausräumen vielleicht findet sich doch noch irgendwo eine Filmdose von früher 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Ja. Es gibt Alles. Wir haben selbst 3 ausgelegt. Aber nix fertig gekauft,sondern noch mit Hand angefertigt. Ein kleiner Baumstamm ausgehöhlt mit Loch,indem die Dose steckt. Gibt es sogar bei ebay fertig zu kaufen😆 der andere Cache ist eine präparierte Weinbergschnecke🐌

      Gefällt 1 Person

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