Veröffentlicht in Allgemein, Familie, Hunde, Ostsee, rücksicht, Tiere, Tierleben, Toleranz, Tschechoslowakischer Wolfhund, Urlaub, Wolf

Der Einzug

snorre-babyNun war es soweit. Unser neues Familienmitglied stand mit der zähnefletschenden Hausherrin vor der Haustür. Rein durfte er. Aber ihr bloss nicht zu nahe kommen. Viel wussten wir von oder über Snorre nicht. Nur das es ein Rückgabehund war. Er lebte mit seiner Halbschwester ca. 1,5 Stunden von uns entfernt auf einer Halbinsel. Angeblich war er nicht erzogen worden. Bei uns machte er „Sitz“, zog auch nicht an der Leine. Stubenrein war er zum Glück. Das soll bei dieser Rasse etwas länger dauern, ein kleines Geduldsspiel sozusagen. Die erste Nacht verlief ruhig, ab und an fiepte er, lief wie ein einsamer Wolf durchs Wohnzimmer und liess sich wortwörtlich plumpsend hinfallen. Nachts nahm er liebevoll den Kopf meines Mannes zwischen seinen Kiefer und leckte einmal quer übers Gesicht. Er musste mal. Seit der ersten Nacht haben wir ein „Feldbett“ im Wohnzimmer stehen. Am nächsten Morgen war die Freude groß, sein ganzes Rudel war versammelt und er durfte uns alle abschlecken. Duschen brauchen wir nicht mehr. Das macht er jetzt immer und überall. Der Zwerg war ziemlich aufgeregt, endlich stand sein Wolf vor ihm. Ohne Angst stürzte er sich gleich auf ihn und liess sich abschlecken und anknabbern. Was im Gegensatz zu uns, bei ihm ganz zärtlich von Statten ging. Die ersten kleinen Ausflüge waren schön, er ging locker und lässig neben uns an der Leine, auch das Laufenlassen ohne Leine klappte wunderbar. Natürlich nur im Park oder im Hundewald -ohne Strassen. Wie ein Jungwolf nun mal ist, neugierig muss er alle 2 Beiner begutachten. Finden natürlich nicht alle gut. Steht doch plötzlich ein Wolf vor deinen Füßen. Daran müssen wir noch arbeiten, bzw abwarten bis er erwachsen ist und dazu keinen Anlass mehr sieht. Zu anderen Hunden ist er recht zurückhaltend und ängstlich. Schwanz eingekniffen und ach, der riecht aber gut, oh nein er kommt auf mich zu und nein, ich muss dahin. Es ist zum Lachen. Die ersten Nächte waren mit Unterbrechungen recht ruhig. Er hat sich schnell bei uns eingelebt. Am 2.Tag fing unser Mottenhund abends um halb 11 plötzlich an in zum Spielen zu animieren. Yes! Ein gutes Zeichen, da hat die Diva doch endlich eingesehen, was er doch für ein toller Typ ist. Drinnen war es dann für beide auch entspannter, die Zähne wurden kaum noch gezeigt. Der Zwerg möchte nur noch bei seinem Wolf sein, nicht nur zum Knuddeln, nein auch zum Ärgern. Bringt nun mal einem nicht ganz 3 -jährigen bei, das ein Hund auch beissen kann, das er nicht immer spielen möchte. Beim Mottenhund hatte er schnell das Interesse verloren, weil sie sich immer zurück zieht und keine Lust auf kleine Kinder hat. Nun hat er aber auch noch rausgefunden, das der Mottenhund ja auch mal geärgert werden kann. Die krummelt gleich, wenn er um die Ecke kommt. Interessiert ihn nicht die Bohne. Da müssen wir noch richtig dran arbeiten, da ist uns zu gefährlich, schliesslich wollen wir alle friedlich im Rudel zusammen leben und nicht Maulkörbe für die Hunde nutzen und den Zwerg im Zwinger deponieren. Die letzten Tage konnte ich es kaum erwarten, das die Uhr auf die 7 ging. Bettgehzeit für den Wolfkumpel in Zwergenform. Endlich Ruhe, keine Hunde die wie blöd durchs Haus laufen, weil sie ihm entkommen wollen. Und der Babywolf findet auch mal seine Ruhe, die er als Welpe noch braucht. Auch wenn er die Späße vom Zwerg mit macht und nicht selten auch anfängt. Das hat uns die ersten Tage gut geschlaucht. Mein Mann und ich sahen uns fast nur noch gähnend und abends lagen wir schrott auf dem Sofa.

Montag ging dann die Arbeit wieder los. Mein erster Tag mit den Hunden und dem Zwerg alleine. Ich muss dazu sagen, das die TWHs sehr sehr sehr anhänglich sind und nicht ohne ihre Menschen sein wollen. Das heisst, ihn bloss nicht alleine lassen. Denn dann heult er wie ein großer Wolf und wenn man Pech hat zerstört er deine Einrichtung. In einem Interview mit einem Züchter wurde erläutert, das es ein Muss ist, einen Zwinger im Garten zu haben, einen Zaun von einer Mindesthöhe von 1,80m und eine Hundebox! Er selber hatte erlebt, das sein Hund, während eines Einkaufs ( 5 Minuten war Herrchen im Laden) plötzlich neben ihm im Laden stand. Mit einem Sprung durch die Autoscheibe. Jetzt darf ich alles anders planen. Ein Leben mit einem Wolf an unsere Seite, immer und überall. Zur Zeit ist kein spontaner Einkauf möglich, jetzt muss ich warten das Papa oder der Teeniezwerg zum Sitten kommt. Ärztebesuche werden auf nachmittags gebucht. Einkäufe zügig erledigt, weil er das große Jaulen bekommt , wenn Mama ohne ihn das Haus verlässt. Ja, es ist recht spaßig bei uns. Die Nächte werden noch getrennt geschlafen. Wir wussten auf was wir uns da einlassen. Und es wird auch wieder ruhiger werden bei uns…..bis wir wieder eine spannenden Idee haben.

Das Schöne ist, ich kann jetzt auch im Dunkeln durch den Wald gehen. So ein Wolf an der Seite hat doch etwas Beruhigendes.

Fortsetzung: Telefonat mit der Vorbesitzerin und ein Wolf frisst nicht, er schlingt  folgt

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7 Kommentare zu „Der Einzug

  1. Oh man, bei Euch ist es nicht langweilig. Aber ich beneide Euch um dieses lustige Leben, das sich aus dem Zusammenleben mit dem Neuzugang ergibt.
    Toll beschrieben, in Gedanken war ich mittendrin! *lache*
    Das Heulen hat was – das konnten unsere Hunde auch alle.

    LG Lilo

    Gefällt 1 Person

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