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Tritratralalla

So langsam muss ich mich mal wieder aus meiner Höhle rauswerkeln. Da ist es aber auch kuschelig bequem. Seit ich das mit dem Auge hatte, ist unser Rechner tatsächlich aus. Das tut mal gut, so ohne. Ach, ja …..am Handy gibt es auch all die Funktionen, die ein PC so kann. Also ganz mediafrei bin ich dann doch nicht in meiner Höhle.

Ran an die Tasten oder wie sagt man so schön!?

Viel erleben wir momentan aber auch nicht. Kindergarten, Hunde, Spinnen, einkaufen. Ach, was kann ich euch dann gutes tun? Nicht mal neue Bilder gibt es von mir. Ich bin echt ein Höhlenmensch geworden;)

Zur Zeit beschäftige ich mich viel mit unseren Spinnchen. Googel viel über sie und entdecke immer wieder neue hübsche Tierchen, die ich irgendwann einmal haben möchte. Es gibt aber auch Hübsche. Husche oft dann in die Gruppen bei FB durch, belese mich und freu mich, wie sie wachsen. Lach. Ja, das war jetzt wirklich ein Witz. Steine wachsen schneller. 2 haben sich schon gehäutet. Aber sind immer noch so miniminiklein. 1,5 cm groß. Und daraus soll mal was großes werden. Wann? Ja, das frage ich mich auch oft. Geduld nennt sich nun mein neues Hobby. Geduld haben.

Wo wir schon bei FB, auch Fratzenbuch genannt, sind… ich könnte jeden Tag dieses Afentheater verlassen. Stellst du eine gescheite Frage, kommt eine dumme Antwort. Stellst du aber eine dumme Frage, kommen gescheite Antworten. Gut, ich halte mich auch nicht zurück, mache ich aber im realen Leben auch nicht so unbedingt. Aber diese ganzen „boahichbinvollderMacker“, „Nenntmichvollprofi“, „Fragmich,ichweissalles“, „FBGott“ und so weiter, haben im realen Leben hunderpro kein Ei in der Hose. Oder? Große Klappe bis zum Abwinken….sagt man aber dann seine Meinung dazu, heulen sie rum, und meinen, nun würde es aber etwas zu intim werden. Ich kann FB nicht verlassen, nein! Will doch lachen. Ich möchte von Katzenbesitzern über Hunde aufgeklärt werden. Von Fussballprofis über Vogelspinnen alles wissen. Ich möchte informiert werden, wann wieder sonst wo Schnee fällt. Toll finde ich auch diese Mütter: Hilfe, mein Kind hat sich gerade die Hand abgehakt. Leider kann mein Handy keine guten Bilder machen!? Wer hilft?                     Ach, zum Arzt muss ich ?!

Herrlich. Thema Kastration beim Hund. Am Ende wird dann über ein Rezept mit Senfeiern diskutiert. Uiiiii.

Dieses kurze reinschauen bei FB ist teilweise zum wegschmeissen, teils aber auch extrem nervig. Was geht mich das an, was meine Nachbarn um Punkt 16 Uhr machen?

Ach, Nachbarn. Unsere lieben Nachbarn ziehen bald weg. Juhee. Aber auch traurig. Sie waren ja doch ganz nett, wenn sie einen nicht gerade vollgelabert haben. Oder wenn diese blöde Bank nicht wäre….dann gäbe es ja auch nichts über die Gelben Säcke zu berichten. Hoffentlich wird es nun nicht langweilig. Vorgenommen habe ich mir aber dennoch sofort, wenn sie weg sind: Bank weg ( die lassen sie bestimmt für die Nachfolger stehen, aber Pustekuchen, die KOMMT WEG!) und einen Platz für die Gelben Säcke.                                          Nur um Vorzubeugen!

Neue Nachbarn. Hm. Spannend. Aufregend. Gespannt. Kann gut ausgehen. Kann aber auch voll in die Hose gehen. Renovierungslärm. Kinderlärm. 10 Katzen. 5 Hunde. Partyleute. Schwerhörige Menschen, die laut TV und Radio hören. Streitsüchtige. Messis. Ruhige Menschen. Kinderloses Ehepaar. Liebe nette Nachbarn. Ja, davon gehen wir jetzt mal aus, mit den anderen Beispielen im Kopf. Abwarten und Tee/Kaffee trinken.

Lass dich überraschen!

 

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Vermehrung und mehr

Durch unserem Wolf bin ich ja auch wieder bei Fratzenbuch angemeldet. Tummel mich dort überwiegend in TWH ( Tschechoslowakische Wolfshunde) Gruppen rum, um Informationen über diese Rasse zu erhalten und mich mit Besitzern austauschen zu können. Heute fiel mir dieser Post von Peter auf ( positiv):

Seit den Welpen von J.und L. werde ich immer wieder gefragt, wann ich den nächsten Wurf plane. Hierzu möchte ich an dieser Stelle noch einmal etwas klarstellen:

Ich bin kein Züchter von Wolfhunden und habe auch nicht vor einer zu werden. Der Wurf, bzw. die beiden Würfe im letzten Jahr waren nicht geplant. Ob ich J. noch einmal als Deckrüden hergebe, weiß ich derzeit noch nicht, aber die Chance dazu ist relativ gering.

Mich umtreiben derzeit viele Gedanken diesbezüglich. Hintergrund ist nicht, das es viele Anfeindungen gegeben hat, das ist mir völlig egal. Vielmehr geht es mir darum, ob es generell überhaupt noch ratsam ist, diese Tiere zu züchten.

Nicht, weil ich etwas gegen sie habe oder sie als gefährlich einstufen würde, nein, es geht nicht um die Tiere sondern um die Menschen.

Fast täglich bekomme ich Anfragen und einige meiner Freunde ebenso, ob ich nicht in der Lage bin den ein oder anderen noch aufzunehmen, da er angeblich Probleme bereitet. Meist handelt es sich um 1-2 jährige , manchmal(eher selten) auch um ältere Tiere. Dazu lese ich natürlich auch vermehrt, das immer mehr dieser wundervollen Tiere in Tierheimen oder anderen Institutionen landen, weil sich angeblich die Lebensumstände der Familien geändert haben oder die Hunde einfach zu extrem sind.

Und da liegt die Krux. Alle die Wolfhunde länger halten, wissen das diese Tiere anders sind als normale Hunde. In allen möglichen Foren und Gruppen in den sozialen Netzwerken wird auch immer wieder darauf hingewiesen. Aber leider gibt es immer wieder Menschen die sich mit dieser Thematik nicht oder zu wenig auseinandergesetzt haben und leider gibt es auch Züchter, denen es völlig egal ist, bei wem die Tiere landen. Es wird nicht selektiert sondern nur an den vermeintlichen Gewinn gedacht.

Viele Menschen denken eben das es genau wie jeder andere Hund überhaupt kein Problem ist solch ein Wesen bei sich aufzunehmen, da man ja schon jahrelange Erfahrung mit anderen Hunden hat. Klar, wird man nicht geboren und ist gleich Halter eines Wolfhundes und man muss, wenn man dann will, irgendwann damit anfangen. Bei den meisten „normalen“ Hunden ist das auch kein Problem, denn diese Rassen sind (gibt natürlich Ausnahmen) schon so domestiziert, das es kein wirkliches Problem darstellt.

Wolfhunde sind aber noch nicht soweit. Ihre Ursprünglichkeit, ihr Instinktgesteuertes Verhalten stellt uns immer wieder vor Dinge, die auch wir nicht mehr wirklich kennen. Auch wir sind schon zu weit weg von der „NATUR“lichen Basis.

Will man so einen Hund als Begleiter, dann muss man, aus meiner Sicht, bereit sein sich wieder mehr auf das ursprüngliche zu konzentrieren. Man muss die „Sprache“ dieser Tiere lernen wollen und das ist auch eigentlich nicht so schwer, es braucht eben nur seine Zeit und viel Interesse daran. Und genau da ist meist das Problem. Wer hat in der heutigen Zeit noch die Möglichkeit sich so intensiv damit auseinander zusetzen ? Das wird oft vergessen.

Ich habe bei den beiden Würfen insgesamt etwa 4000 Gucker bei den Inseraten gehabt, davon haben etwa 300 Kontakte stattgefunden, meist schriftlich. Von diesen 300 Kontakten waren etwa 100 persönliche Gespräche. Von diesen 100 Gesprächen blieben am Ende 18 übrig, die einen Welpen bekamen. Den anderen mußte ich absagen, weil sie aus meiner Sicht nicht bereit waren einen Wolfhund zu halten. Es gab einige verständnisvolle Menschen darunter, die wirklich eingesehen haben, das es noch zu früh ist und die Umstände im eigenen Feld nicht passten. Aber es gab auch einige mehrere, die nicht einmal Ansatzweise einsichtig waren und nur noch böse und frech reagiert haben. Klar kann ich keinem Menschen hinter den Kopf schauen und natürlich bin ich kein Hellseher, der genau weiß ob ich die Richtigen Menschen für meine Welpen ausgesucht habe, aber ich habe ernsthaft selektiert und extrem informiert. Viel schwarz gemalt und keine heile Welt vorgegaukelt.

Wenn ich allerdings sehe, wie viele dieser Tiere in den Tierheimen landen, und dort geht es ihnen schon allein aus dem Grunde nicht gut, weil die Menschen dort meist auch keine Erfahrung mit diesen Tieren haben, dann muss ich ernsthaft darüber nachdenken, ob es Sinn macht diese Tiere weiterhin zu züchten.

Deswegen bin ich im Moment der Auffassung, es muss erst einmal eine Plattform geschaffen werden, die den Interessierten genügend Möglichkeiten bietet sich umfassend mit dem Thema Wolfhund auseinander zusetzen, diejenigen die züchten wollen, sollten besser selektieren können und dafür geschult werden (oder es muss eine Art Bedingungsliste geben, die man abhaken kann) und erst einmal sollte den armen Geschöpfen in den Auffangstationen und Tierheimen geholfen werden.

Wenn das irgendwann und ich hoffe das es nicht soo lange dauert, umgesetzt ist, dann werde ich vielleicht darüber nachdenken, einmal einen Wurf zu planen oder einen meiner Rüden als Deckrüden zur Verfügung zu stellen.

Bis dahin werde ich versuchen all denen zu helfen, die Hilfe wollen und einen Teil meiner Energie dahin investieren, aufzuklären und zu informieren. ( Quelle: Peter M.)

Wenn man Tiere hat, macht man sich ja auch Gedanken. Im Normalfall. So auch ich. Ich gucke des Öfteren oft in diversen Anzeigen, um einfach mal zu gucken. Dort findet man viel Wurfankündigungen, Welpenverkäufe, Hunde alt und jung, Tierschutzhunde und viele mehr. Jedesmal frage ich mich, wo denn die ganzen Hunde hin sollen, wenn es täglich neue Anzeigen gibt!? Die Tierheime sind mittlerweile voll mit Hunden aus D und dem Ausland.

Gut, als Welpe hat so ein kleines Fellknäuel Chancen eine nette Famile zu finden, aber wie sieht es mit den älteren aus? Wer will denn einen 7-jährigen Hund aufnehmen der vielleicht schon Schlimmes erlebt hat!? Oder einen Hund, der schon zig Mal vermittelt wurde und aus verschiedenen Gründen wieder abgegeben wird!? Dann gibt es spezielle Rassen, so wie unser Wolf, der einfach extrem leidet, wenn er sein altes Rudel aufgeben muss. Den man nicht so einfach abgibt, weil mit 1-2 Jahren die ersten Machoprobleme auftreten.

Am Besten sind die Gründe, warum ein Hund weg muss! Plötzliche Allergien. Plötzliche Schwangerschaften. Ungeplante Umzüge ect. Klar, kann plötzliche eine Allergie auftreten, aber meistens stimmt es einfach nicht. Da hat sich jemand einen kleinen Familienwelpen mit riesen Pranken gekauft und plötzlich war es einen riesengroßer Bärenhund, der auch noch Gassie gehen wollte. Und nicht nur einmal die Woche, nein, gleich mindestens 3x am Tag! Stellt euch das mal vor. Sogar bei Regen! Ach und fressen will der auch noch! Und er hört überhaupt nicht. Frisst sämtliche kleine Hunde in der Nachbarschaft auf, weil sich niemand um das arme Tier erzieherisch kümmert. Es sollte ja auch ein kleiner Hund werden. Komisch, die Mutter sah schon etwas größer aus.

In Peters Bericht geht es um Wolfshunde. Wunderschöne Tiere, die nicht nur mit ihrem Aussehen trumpfen. Ihre ganze Art ist einfach toll. Wie sie schreiten, wie sie dich morgens, mittags und abends ( und zwischendurch nicht zu vergessen) mit viel Liebe abschlecken. Anknabbern. Und einfach mal auf deinem Schoss sitzen wollen. Aber trotzdem sind sie anders als Hunde. Auch wenn sie Hunde sind, gibt es Unterschiede. Viele sehen sie und denken: Wow, will ich haben! Nein, den muss ich haben! Passt noch in meine Geldbörse, a la mein Haus, mein Auto, meine Yacht,….., mein Wolf. Ja, sie haben Ähnlichkeit mit dem Canis lupus, sind aber Hunde. Mal wieder ein Modehund in Anmarsch! Ein Modehund, der sich, wenn er erwachsen wird, schnell mal ändern kann. Der klar im Kopf ist und „richtig“ erwachsen wird und nicht diese Teenieart von unseren bekannten Hunden hat. Ein Hund, der oft wieder abgegeben wird, wenn er dieses Alter erreicht hat. Und solche Menschen, wie es der Peter ist, sollte es einfach öfter geben! Was könnte er für ein Schweinegeld machen mit seinen tollen und hübschen Tieren. Nein, er macht es nicht! Dafür bekommt Peter einen Orden von mir! Das nenne ich Tierliebe!

Züchter, die vorher neue Besitzer suchen für ihre Welpen, die eventuell kommen, finde ich ok. Aber die, die erst einmal „vermehren“ und dann mal gucken, ob sie jemanden finden, davon halte ich nicht viel! Meistens wird schon gar nicht mehr geschaut, ob der Hund in die Familie passt. Warum auch? Hauptsache der Hund ist untergebracht und nebenbei bekommt man noch etwas Geld. Prima Sache! Damals als wir uns den Mottenhund ausgesucht hatten, wurde auch nicht gefragt, wo sie hinkommt, ob wir mit ihr etwas machen!? Nix. Ganz ehrlich? Ich hätte mir den Mottenhund nicht gegeben. Es ist ein Border Collie mit Aussie-Anteil. Also ein Hütehund. Sogar aus einer Arbeitslinie! Wir haben weder Schafe, noch Kühe…zum Glück sind wir aber ziemlich viel draussen und unternehmen viel, auch mit Hund. Aber wusste das die „Züchterin“? Nö.

Irgendwie ist die Menschheit ziemlich egoistisch. Ein Habenvolk mit Wegwerfmanieren. Warum müssen immer mehr Hunde ( Katzen und andere Tiere auch ) „gezüchtet“ werden? Ein Grund sagte mir mal eine Bekannte. Ihr hätte der Tierarzt dazu geraten, wegen Krebs. Oder sterilisieren lassen. Sie entschied sich für das erste. Ist ja auch ganz knuffig so 10 kleine Hundebabies im Körbchen zu haben. 7 wurden verkauft, die letzten 3 verschenkt. Danach waren es halt Unfälle. Kann ja auch mal passieren. Oft sind es Unfälle. Ganz ehrlich, ich würde abtreiben. Die Tierheime sind voll. Voller gehts schon gar nicht mehr. Dann die ganzen vielen Pflegefamilien vom Tierschutz! Zählen kann man schon lange all die Hunde nicht mehr.

Es ist aber auch toll einen Hund in der Familie zu haben, aber dann muss und sollte man sich auch im Klaren sein, das der Hund Gassi gehen muss, das er fressen will und das er viele Jahre bei einem bleiben möchte. Nicht nur bis zu den kommenden Sommerferien, nein, er möchte sogar mit in den Urlaub. Dann braucht er auch noch Pflege, nicht nur die Fellische, auch die Innere. Er will dein Partner, Kumpel, Freund und Lebensgefährte sein. Er will zur Familie gehören. Und nicht irgendwo in der hintersten Ecke vom Zwinger liegen, den man ans andere Ende des Gartens aufgebaut hat.

Und dann sollte man sich vor der Anschaffung auch ein wenig mit dem Hund befassen. Es reicht einfach nicht aus, das man mal einen gestreichelt hat. Es gibt tolle Sachbücher oder Ratgeberbücher über Hunde, Freunde/Hundebesitzer fragen und Züchter ausquetschen.

Liebe Züchter, ich weiss, die meisten züchten aus Leidenschaft zu ihren Hunden, ihre Rasse weiter, aber gönnt euren Hündinnen doch mal eine Pause. Informiert euch vorher, wer einen Welpen nimmt. Und fragt die zukünfigen Besitzer, wo der Hund hinkommt. Nimmt euch die Zeit auch mal bei ihnen vorbei zu gucken!

Danke Peter, das ich deinen Text benutzen durfte!

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Ohne Worte

Kennt ihr das? Ihr habt total Lust etwas zu machen, aber findet keinen Anfang, könnt euch nicht aufraffen, euch fehlen die Ideen, habt urplötzlich keine Zeit….oder oder oder…….

Ich habe total Lust zu bloggen, kann mich aber gerade nicht für ein Thema entscheiden, bzw es ist alles durcheinander geraten. Ob es an meinem Schnupfen liegt? Ich weiss ja nicht einmal, ob es nur ein Schnupfen ist oder ob eine Allergie dahinter steckt. Jedenfalls fühlt sich mein Kopf ein wenig nach Watte an. So bauschige Watte, durch die kaum ein richtiger Gedanke kommt.

Seit Wochen, wenn nicht schon seit Monaten habe ich Leckaugen, wurde schon drauf angesprochen, das ich doch nicht weinen muss. Meine Mutter hat das auch. Daher mache ich mir keine großen Gedanken darüber, da es ja oft windig ist und auch das kalte Wetter beeinflusste den Fluss der Tränen stark. Das kenne ich: Wind…Pippiaugen. nun ist es aber mittlerweile warm und nicht windig und es fliegen überall kleine Pollen durch die Ecken. Und dann meine Nase….ah….ich will keine Allergie! Ich finde das sind so unnütze „Krankheiten“, die nicht in mein Leben passen. Dann habe ich doch lieber Frauenschnupfen. Basta.

Gestern waren der Zwerg und ich beim HNO Arzt. Hörtest machen lassen. Der Zwerg hört, alles super. Das coole war, das mein Zwerg, der kleine Tyrann, der NIE stillsitz, immer in Bewegung ist und immer Quatsch macht, er saß im Wartezimmer und malte. Baute mit kleinen Holzklötzchen Häuser und Türme. Er war ruhig. Er war ein Vorzeigekind. Alle anderen Kinder machten Blödsinn, die Mütter mussten sie einfangen, mit ihnen schimpfen. Ich beobachte die Mütter und grinste. Ja, mein Kind ist gut erzogen! Der malt lieb. Ich bekam bewundernde Blicke von ihnen. Ha, wenn die wüßten, das Michel aus Lönnerberga ( nur viel besser) neben ihnen sitzt, würden sie mich anders anschauen. Dann würden sie ihre sieben Sachen nehmen und ihre Kinder und die Praxis verlassen. Fluchtartig. Nein, mein Zwerg, war so lieb und ausgeglichen. Ich war so stolz!

Dann mussten wir zu einer Logopädin, dort machte er alles, aber auch ALLES prima mit, sogar alleine ohne Mama den Hörttest! Die Logopäding war sehr zufrieden mit ihr! Wie mit IHR? Sie ist ein Junge! Dann rief der HNO Arzt uns auf. Mit vollem Namen. Gut, sein erster Name ist etwas fremd und mit wenig Nachdenken, könnte eventuell auch ein Mädchen so heissen, aber der 2. Name ist männlich -ohne wenn und aber! Gut. Ich sollte mit meiner Tochter dann schon mal Platz nemen im Sprechzimmer, er käme gleich. Meine Tochter ist mein Sohn! …auf mehr Diskussion hatte ich keine Lust. Auch diese Untersuchung hat mein männlicher Zwerg vorzüglich gemeistert. Wir durften die Praxis verlassen.

Draussen mussten wir an einem Blumenladen vorbei. Der Zwerg natürlich sofort hin. Die nette Dame aus dem Laden, gab ihm eine Rose für die Mama und für ihn kleinere Abfallblümchen, was war er stolz! Die Dame: Typisch Mädchen! Karl Hermann komm!

Müssen lange Haare gleich Mädchen sein? Und kurze Haare dürfen nur Jungs tragen?


Jetzt fängt die warme Zeit wieder an. Schwitzen ist angesagt. Gerade im Auto! Gerade für Tiere, besonders Hunde und auch immer wieder Kinder. Da fängt das Problem bei uns an. Was mache ich mit dem Wolf? Den kann ich nur im Auto lassen,wenn ich Termine habe. Versuche nun, wenn es warm ist alles auf Nachmittag zuverschieben, dann passt Papa auf. Aber alle Termine schaffe ich nicht. Hoffe nun, das genau die Tage kühler sind. Mehr als die Scheiben etwas runter und oben auf dem Dach haben wir noch eine Lüftung, die muss auch dann auf sein. Oder ein fettes Vorhängeschloss und das Auto auflassen.

Benny im Backofen

Wenn „nur mal kurz“ schon zu lang ist

Das Auto rollt auf den Parkplatz, Herrchen kurbelt die Fenster ein wenig herunter, steigt aus, schließt die Türen und geht in Richtung Supermarkt. Der kleine Mischlingshund Benny blickt ihm kurz hinterher und legt sich geduldig hin. Es ist angenehm warm an diesem Tag. Noch nicht zu heiß. Im Inneren des Autos ist es sogar noch etwas kühl, weil bis eben die Klimaautomatik dafür zuständig war, die Temperatur konstant zu halten.

Die Türen des Supermarktes öffnen sich automatisch, Herrchen tritt ein und eilt zielstrebig zum Regal mit dem Produkt, das er beim Wocheneinkauf vergessen hatte.

Unterdessen wird es im Auto bereits wärmer. Keine Klimaanlage kühlt mehr. Benny dreht sich in seiner Box um und legt sich bequem hin. Herrchen ist ja gleich wieder da.

Im Supermarkt ist das Fach mit dem gewünschten Produkt leer. Ein Verkäufer holt die Ware aus dem Lager. Herrchen wartet.

Die Schokolade im Handschuhfach wird langsam weich. Auch Benny wird jetzt warm. Er beginnt ein wenig zu hecheln und setzt sich auf.

Der Supermarktmitarbeiter ist zurück. Herrchen eilt zur Kasse. Auf dem Weg dorthin spricht ihn ein wichtiger Kunde seines Unternehmens an. Ein kurzes Gespräch muss sein.

Benny fühlt sich unterdessen richtig erhitzt. Er hechelt stärker und beginnt nach Herrchen Ausschau zu halten. Von der frischen Luft, die durch das heruntergelassene Fenster kommen sollte, merkt er an diesem windstillen Tag nichts. Die Pfoten glühen, die Nase wird trocken.

Herrchen steht mittlerweile an der Kassenschlange. Sie ist nicht lang, gleich wird er dran sein. Doch in diesem Moment wechseln die Kassierer. Eine junge Mitarbeiterin löst ihren Kollegen ab, sie setzt sich, stellt ihre Kasse in die dafür vorgesehene Halterung, loggt sich ein, wechselt die Rolle mit dem Kassenbon-Papier, füllt Wechselgeld auf. Zeit vergeht.

Benny wird unruhig. Er hat großen Durst, ihm ist heiß, und auch der Boden seiner Box ist mittlerweile unangenehm warm geworden. Er beginnt auf und ab zu tigern, soweit es seine Box zulässt. Mit der Pfote scharrt er an der Tür der Box, doch natürlich bleibt sie verschlossen.

Eine Kundin, die einen aufwendigen Umtausch hatte, zählt nun sorgsam die einzelnen Cents aus ihrem Portemonnaie ab, um sie passend zu überreichen. Gleich ist Herrchen an der Reihe.

Die Schokolade im Handschuhfach ist flüssig geworden. Wie ein dunkler Bach läuft sie über die Warnweste und bildet am Boden des Handschuhfachs einen kleinen Schokoladensee. Benny legt sich erschöpft auf die Seite und hechelt flach. Nur mal kurz die Augen schließen …

Entsetzt reißt Bennys Herrchen die Tür auf. Er hebt seinen erschöpften Vierbeiner aus dem backofenheißen Auto, legt ihn in den Schatten, lässt sich von umstehenden Kunden des Supermarktes Wasser reichen, tropft es seinem Hund auf die Nase, durchnässt ein Handtuch und legt es ihm um die Pfoten. Langsam kommt Benny wieder zu sich. Ihm ist jetzt nicht mehr so heiß. Da ist Herrchen. Er hat es doch gewusst: Auf Herrchen ist Verlass. Der kommt zurück …

Damit kein Hund in diesem Frühjahr oder Sommer ähnliche Erfahrungen machen muss wie Benny, dessen Halter „nur mal kurz“ etwas im Supermarkt besorgen wollte, hat TASSO auch in diesem Jahr erneut die Aktion „Hund im Backofen“ ausgerufen. Helfen Sie uns, und klären Sie Hundehalter über die großen Gefahren auf. Alle Infos über „Hund im Backofen“, Tipps vom Tierarzt und Informationen zur rechtlichen Situation finden Sie hier: www.tasso.net/Hund-im-Backofen

Hier finden Sie zahlreiche Informationsmaterialien rund um unsere Aktion „Hund im Backofen“.

Leider kommt das bei vielen nicht an. Jedes Jahr sterben qualvoll immer wieder Hunde im Auto.

Ich könnte ja noch etwas mehr schreiben, aber der Papa ist jetzt gerade nach Hause gekommen und wir läuten das Wochenende ein! Euch allen ein erholsames Wochenende!

 

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Unhygienisch und Spiesser

Gestern waren der Zwerg, die Hunde und ich nach der Gassirunde einkaufen. Zuerst ging es ganz entspannt zu dem großen Laden, der ein A in seinem Logo aufweist und in Süd und Nord aufgeteilt ist. Wir waren bei Nord. Entspannt ging es zu den Einkaufswagen. Der Zwerg wollte schieben. Ok. Die ersten Meter war es auch ok, dann aber gab er Gas. Konnte nichts sehen, aber auch nicht hören. Schwuppdiwupp gabs den ersten Volltreffer. Was stehen auch Leute da rum? Und wieso stellen alle Leute ihre Einkaufswagen in den Gang? Zum Glück, bevor Schlimmeres passieren konnte, konnte ich ihn dazu überreden sich in den Wagen zu setzen, natürlich als Ansporn gabs Schoki.  Noch vor dem Bezahlen war die Packung fast leer. Ist das schon Diebstahl? (wir haben die „fast“ Leerpackung natürlich bezahlt) Nun standen wir an der Kasse und legten unser Eingekauftes auf das Laufband/Fließband, um schnell wieder rauszukommen. Mag nicht gerne in der Schlange stehen.

Hinter mir stand ein Ehepaar im Rentenalter. Ich hörte nur: Hundekacke, wie ecklig. Mädchen. Einkaufswagen. Wie unhygienisch. Ist doch echt der Hammer.

Ja, bei Hammer drehte ich mich um und fragte den Herrn hinter mir, wo nun das Problem ist? Und das das Mädchen ein Junge ist. Er versuchte mich aufzuklären. Im Einkaufswagen liegen Waren, Eßwaren. Und das Mädchen ist bestimmt mit ihren Stiefeln durch Hundekacke gelaufen oder durch anderen Dreck. Junge! Junge! Und der Junge hat keine Hundekacke an den Schuhen!

Nun klärte ich den Mann auf. Das Mädchen ist immer noch eine Junge. Und ich gucke bevor ich das Kind in den Einkaufswagen setze, ob die Schuhe sauber sind! Auch wenn er sich auf die Parkbank stellt! Wir haben selber Hunde und da achtet man einfach drauf! Im Übrigen ist alles was man hier einkauft eingeschweisst! Oder in Dosen. In Plastik geschützt! Und das Obst und Gemüse spülen sie bestimmt vorher ab!

Oh, da hatte ich ja was gesagt! Parkbank. 2 Hunde! Tätowiert! Wieso hat der Junge lange Haare?  Wieso haben sie fast keine?  ( das rutschte mir raus….) Mit Blick zu seiner Frau: Ihr Mann hatte doch bestimmt schon immer spiessig kurze Haare oder? Ja! Ich muss dazu sagen, es eskalierte nicht, wir haben uns fast wie Erwachsene ausgetauscht, teils mit viel Ironie und viel Spaß.

Aber ich sollte trotzdem mal darüber nachdenken, ob es nicht besser ist, wenn der Junge nicht ganz in dem Wagen sitzt, sondern in dem Sitz, der extra für Kinder gemacht wurde. Hm…leider wiegt mein Kind über 15 Kg. Oh, da habe ich ja wieder was gesagt! Was ist dann mit der Versicherung? Ihr Kind ist nicht versichert, wenn etwas passiert!

Mein Kind bleibt im Wagen. Weil sonst regen sie sich auf, das er hier schreiend rumflitzt! ….dann sagt seine Frau, die sich schmunzelnd bis jetzt kaum beteiligt hatte, das sie immer ohne Kinder einkaufen gegangen ist. Die waren im Kindergarten! Entschuldigen sie bitte, das mein Kind noch keinen Platz im Kindergarten hat! Es war herrlich, so schnell und lustig war es noch nie in der Schlange!

Ja, ich überlege, nein ich muss nicht überlegen, ich gebe den Mann ein wenig Recht ( habe ich ihm auch gesagt), aber nicht jeder hat einen Babysitter, einen Kindergartenplatz und ein liebes ruhiges nebenher laufendes Kind! Und ich finde es viel unhygienischer, das ich nicht weiß, was er vorher auf dem Klo gemacht hat….und jeder fäßt nun den Griff des Wagens an!

Also ich kann mich daran erinnern, das wir früher auch im Wagen saßen, da hat niemand etwas gesagt, von wegen wie eklig. Und Hundekacke ect gab es da auch schon. Vielleicht nicht so viel wie heute. Ach, nein heute wird die Sch… ja weggenommen, früher gab es noch keine Kotbeutel. Der nette Herr hat mir sogar verraten, das er jeden Montag um 11 mit seiner Frau zum Einkaufen geht.

Sie sind echt spießig!

 

 

 

 

Wir haben uns noch nett verabschiedet und einen schönen Tag gewünscht. Ich konnte mir gerade noch verkneifen, das er heute noch unbedingt seinen Rasen mähen muss in seinem idyllischen Reihenhausgarten. Spießer!…ich habs gelassen;)
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Blogvorstellung #11

JoHeute stelle ich, nein Jo Wolf selber, ihren Blog Klapperhorn vor. Da sie selber soviel geschrieben hat über sich und ihren Blog, spare ich mir mal meinen Einleitungssatz;)

Danke für Deine Fragen, liebe Klabauterfrau! Ich erzähle gerne etwas über mich und meinen Blog! 🙂

Also wenn du ein wenig von dir erzählen magst.…

Klar, mag ich… 🙂

…und fange einfach mal bei meinem Namen an. „Jo Wolf“ ist mein schreiberlingisches Pseudonym. Dahinter verstecke ich nicht nur meine wahre Identität. Es ist eine Ausdrucksform für mich, eine mit vielen Facetten. Darin spiegelt sich meine vielfältige Persönlichkeit wieder. Wie sich herausstellte, lasse ich mich nicht auf nur eine Persönlichkeitserscheinung reduzieren.

Über mich selber als Mensch will ich nicht so ganz viel preis geben. (Obgleich ich das durch meine Texte sogar recht viel mache.) Das liegt nicht daran, dass ich nicht gerne im Mittelpunkt stünde (manche bezeichnen mich gar als Rampensau). Ich habe aber auch andere Seiten und habe die Erfahrung gemacht, dass diese Form von zu viel Aufmerksamkeit ziemlich ungesund für mich sein kann. Ich habe meine Phasen, in denen ich im Gegenteil den Rückzug nahezu bis in die Abgeschiedenheit benötige. Die Balance dazwischen gerät leicht ins Ungleichgewicht und dann haben wir den Salat. („Der Salat“ ist meinem Fall ein depressives Tief.)

Aber ganz uninformiert über meine Person lasse ich euch natürlich nicht zurück. 😉

Ich wurde vor wenigen Jahrzehnten in einer vielköpfigen Familie geboren, fiel schnell durch Putzigkeit und clowneske Züge auf, ebenso durch manche notenbedingte Jahrgangsstufen- und Schulwechsel. Mal als Außenseiter, dann wieder im wohligen Mittelpunkt von Freundeskreisen, gerne auch als Zielscheibe der Ablehnung durch Lehrpersonal. Unerklärlicherweise habe ich dennoch Schulabschlüsse bezeugt bekommen. Studieren gehen war trotzdem keine realistische Option, bis zum Ablauf der notwendigen Wartesemester hätte ich bereits Rente beantragen müssen. Zudem wurden mir bei meiner Vorstellung in Hochschulen unangenehme Fragen gestellt. Zum Beispiel welches „Fach“ ich denn studieren wolle… Was für eine Frage! Alle natürlich! (Dabei hatte ich in der Bewerbung doch ausdrücklich auf mein entscheidungslegasthenisches Störungsbild hingewiesen. Und überhaupt bin ich der Meinung, dass der menschliche Geist nicht durch solch profane Unterscheidungsmerkmale wie studiengangbezogenes Lernen einschränkt werden sollte. Meiner will das jedenfalls nicht mitmachen.)

Ich übte also die ein oder andere berufliche Tätigkeit aus und ließ mich mitunter dafür auch Kammer-qualifiziert ausbilden. In den Bereichen Handel und Soziales vor allem. Mein Traumberuf aus Kindertagen war aus unerfindlichen Gründen leider nicht dabei. Irgendwie bin ich dazu nicht gekommen. Und habe vielleicht auch ein wenig das ernsthafte Interesse daran verloren. Seit der 1. Grundschulklasse wollte ich unbedingt Bibliothekarswesen werden. Naja, es ist ja noch Lebenszeit übrig.

Meine Interessen und Hobbys gehen aber seit jeher weit darüber hinaus. In Kindheit und Jugend vor allem lesen, schwimmen, jede Art von Spiel, Musikhören, Briefmarken sammeln, Handball und Fahrradfahren (ich komme aus dem flachen Münsterland, da macht das Spaß!). Später rückte Fantasyrollenspiel immer mehr in den Mittelpunkt, auch als Live Action Role Playing. Achja, vorher hatte ich aber noch meine „blaue Phase“, die endete aber mit Anfang 20. Die „grüne Phase“ ebenfalls. Dafür entdeckte ich nach und nach mein Herz für Fotografie, Bogen schießen, Brettspiele, Yoga, Nordic Walking und Wandern, generell Outdoor eigentlich. Ganz neu ist in letzter Zeit Badminton dazu gekommen, was meinen zuvor entstandenen Mangel an sportlicher Tätigkeit kompensiert. Schreiben von Geschichten gehörte zwar schon immer zu meinen Leidenschaften, allerdings habe ich das immer sehr intervallartig, mal mehr, mal weniger betrieben.

Seit meiner Geburt lebe ich mit Hunden. Seit ich erwachsen wurde, halte ich sie in eigener Verantwortung. Das würde ich aber nicht als Hobby bezeichnen, sondern als Lebensweise. Ohne will ich wohl nicht mehr, kann aber natürlich nicht in die Zukunft sehen, was das angeht.

Ich bin inzwischen seit einiger Zeit verheiratet und wir leben gemeinsam im Herzen (nee, eigentlich fast schon am Rand) der schrillbuntgrauen deutschen Industriemetropolregion mit inzwischen zunehmenden Hang zur Dienstleistungsbranche. Damit meine ich natürlich, auf meine umständliche Ausdrucksweise, das Ruhrgebiet. Das war der Kompromiss, uns in der Mitte zwischen Sauerland und Münsterland zu treffen. Der Gerechtigkeit wegen. Jetzt müssen wir beide mit dem Auto eine Stunde fahren, um unsere Familien zu sehen.

Jo, ich denke, das war so das, was ich im Rahmen meiner Vorstellung zu sagen habe. Mehr kann man über mich natürlich auf meinem Blog erfahren, wenn auch meistens indirekter. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Kommen wir zu den konkreten Fragen der Klabauterfrau 🙂

Wie kamst du auf die Idee mit deiner Nachtwolf live „Sendung“( die ich total klasse finde, aber um 12 schlafe ich meistens schon, so kann ich sie immer nur am nächsten Tag lesen…spannend) ?

Die Idee zum nächtlichen „Live“ Blog entstand, wie bei mir üblich, sehr spontan. Ausgangssituation war ein nächtlicher Nervenzusammenbruch, im Rahmen eines depressiven Schubes, während des Schreibens für mein Blog. Ich habe in dem Moment einfach 1:1 ungefiltert meine Gedanken in die Tastatur fließen lassen und online gestellt. In der Situation war es gut, dass ein anderer Blogger online war, mit dem sich ein Gespräch entwickelte. Ich habe mich irgendwann zurück gezogen, Musik gehört und ein Gedicht geschrieben. Eines meiner besten und vor allem sehr authentisch, wie ich finde.

Am nächsten Tag wollte ich den ganzen zusammengeschriebenen Kram wieder löschen, weil ich ihn als zu persönlich und unlesbar für andere befand. Peinlich war es mir zudem. Allerdings bekam ich sehr viele Kommentare und Rückmeldungen dazu. Diese waren sehr positiv und beinhalteten auch die Bitte, das Ganze so stehen zu lassen. Manche erkannten sich darin wieder oder fühlten sich ermutigt, offener mit ihrer Depression umzugehen. Mit ihren Gefühlen an sich eigentlich. Darum habe ich mich entschlossen, den betreffenden Artikel nicht zu löschen.

In der weiteren Beschäftigung mit der Situation kam mir der Gedanke, wie hilfreich ein Ansprechpartner und Feedback in solchen Situationen ist. Schon alleine, dass überhaupt jemand da ist, ansprechbar ist, beruhigt. Gerade nachts, wenn sich Schlaflosigkeit und negative Gedanken besonders gern breit machen, fehlt so jemand allerdings häufig.

Eine weitere Überlegung war, dass es zwar gut sein kann, den eigenen Gedanken in so einem Zustand auch in schriftlicher Form freien lauf zu lassen, ganze Artikel im eigenen Blog aber vielleicht nicht immer und für jeden der geeignete Ort sind. Allein die Hemmschwelle, das so zu machen, steht dem ein oder anderen sicher oft im Weg.

Warum also nicht eine Art Anlaufstelle schaffen? Dort kann man einfach in die Kommentare schreiben, egal ob kurze Mitteilungen oder längere Texte. Dadurch, dass es „live“ ist, ich also im Zeitfenster zwischen 00:00 und (mindestens) 01:00 Uhr zur Geisterstunde am Rechner sitze und die Kommentare lese, kann man sich also auch einer Reaktion sicher sein. Möglicherweise fällt jemand auch garnicht erst in so ein tiefes, depressives Loch. Kommunikation kann das verhindern. Selbst ein lockeres Gespräch kann ausreichen, es muss nicht gleich das innerste der Seele zu äußerst gekehrt werden.

Man muss auch nicht zutiefst depressiv sein, um sich bei melden zu dürfen. Auch nicht depressiven Menschen geht es manchmal nicht so gut und sie freuen sich über einen Gesprächspartner, oder einfach eine Möglichkeit, ein paar Sätze los zu werden. Auch das ist mir willkommen. 🙂

Du leidest unter Depression, schreibst auch offen darüber, magst du uns darüber was sagen? Ist ja leider immer noch ein Tabuthema, auch wenn jeder 3. heute schon drunter leidet.

Stimmt, Depressionen sind immer noch ein schwieriges Thema in unserer Gesellschaft. Man schweigt sie gerne tot oder spielt sie runter. Selbst ihre Existenz und Berechtigung als echte Krankheit wird häufig angezweifelt. Meist von Menschen, die sich in keiner Form damit beschäftigt haben und sich hinter Plattitüden und Behauptungen verstecken. Das durfte ich in vielen Gesprächen erleben. Dieser Zustand ist aber auch kein Geheimnis. Manchmal sind solche ablehnenden Haltungen aber auch ein Schutzmechanismus, um sich nicht eigenen Problemen und den damit verbundenen Fragen zum eigenen Leben stellen zu müssen. Wie schon von Dir angesprochen, leidet ein Großteil unserer Gesellschaft unter dieser Krankheit (Es ist eine solche!). Schon rein statistisch muss auch ein Teil dieser Menschen mit ablehnender Haltung dazu gehören 😉

Da das Thema sehr komplex ist, gehe ich hier und jetzt nicht umfassend darauf ein. Allerdings halte ich es für wichtig, mit einer immer wieder kehrenden blödsinnigen Behauptung aufzuräumen. Es wird immer wieder gerne darauf verwiesen, dass Depressionen eine neumodische Zivilisationskrankheit wäre. Das ist Humbug. Natürlich gab es auch früher Depressionen, sie wurden nur nicht so genannt. Und es ist leider, aber verständlicherweise, schlecht dokumentiert. Um mal ein paar historische Persönlichkeiten zu nennen, bei denen nachvollziehbarer weise eher etwas darüber bekannt ist, als bei unbekannten Personen mit Depressionen:

Franz Liszt, Pablo Picasso, Dante Alighieri, Wilhelm Busch, Charles Dickens, Johann Wolfgang von Goethe, Leo N. Tolstoi, König Saul, Otto von Bismarck, Winston S. Churchill, Abraham Lincoln, George Washington, Charles Darwin, Justus Liebig, Alexander der Große, Ludwig van Beethoven, Patricia Cornwell, Georg Friedrich Händel, Hermann Hesse, Isaac Newton,… soll ich weitermachen? Die Liste ist ellenlang.

Also: In Kriegszeiten, Hungersnöten, bei generell schlechter Versorgungslage, Arbeitsplatzmangel, usw. wird die Anzahl der Depressiven nicht geringer, sie wird größer! Sie sind nur versteckter, hinter direkt existenzbedrohenden Umständen. Klar, wenn ich vor Waffengewalt flüchte, bleibe ich nicht stehen, um mit den Menschen über meine Krankheitsgeschichte zu reden. Wenn ich das mache, werde ich umgebracht. All diese Gegebenheiten und Problematiken haben zunächst mal Vorrang, finden mehr Beachtung. Die Depressiven sterben möglicherweise eher an anderen Ursachen. Begehen vielleicht Selbstmord. In früheren Zeiten hieß es dann, die Person hat sich wegen der Ausweglosigkeit irgendeiner Situation umgebracht, oder sie war schwach oder schwermütig oder verwirrt, was Synonyme für Depressionen sein können.

Dennoch bringen auch moderne, zivilisatorische Errungenschaften unserer Gesellschaft depressionsfördernde Eigenschaften mit sich. Alles wird schneller, Kommunikation mehr, aber unpersönlicher, die Menschen ziehen sich zunehmend in ihre vier Wände zurück. Das fördert Einsamkeit und die Gefahr, mit Problemen allein da zu stehen. Auch die Masse an negativen Meldungen in den Medien ist nicht unbedingt fröhlichkeitsfördernd.

Aber eigentlich geht es ja auch um die Vorstellung meiner Wenigkeit und des dazugehörigen Blogs, fällt mir auf. Was hat das also alles mit mir zu tun? Klar, ich bin auch depressiv. Seit meiner Kindheit. Aufgefallen ist das erst nach einem massiven Zusammenbruch und Erschöpfungszustand (neusprachlich Burn-Out) aus meiner Arbeitsplatzsituation heraus. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Seit dem ringe ich mit den Folgen und arbeite an meiner Befindlichkeit. Oft ist das nicht einfach, vor allem mit Rückschlägen und Tiefs umzugehen.

Das bloggen ist eine Möglichkeit des Umgangs damit. Mir war von therapeutischer Seite aus empfohlen worden, mehr zu schreiben. Nach anfänglichem Zögern habe ich diesen Rat zunehmend beherzigt und daraus ist dann der Gedanke entstanden, mir ein Blog einzurichten. Zunächst mit der Vorstellung, einfach bloß einiger meiner Gedichte und Geschichten online zu stellen. Das ist motivierender, als sie einfach nur in Datei-Ordnern auf der Festplatte zu lagern. Ich habe aber schnell festgestellt, das bloggen mehr sein kann, als einfach nur ein paar Texte auf einer Internetseite zu präsentieren. Diese Form des Netzwerken und Kommunizierens hat mir schnell viel Spaß gemacht und neue Möglichkeiten eröffnet. Die Auseinandersetzung mit anderen Menschen in diesem Rahmen, die Rückmeldungen und Inspirationen geben mir sehr viel. (Danke dafür! :-))

Auf meinem Blog „Klapperhorn“ habe ich also schnell begonnen, neben Gedichten, Geschichten, Satiren und Fotos, auch die Depressionen selber mehr zum Thema zu machen. Der offene Umgang damit ergibt sich daraus für mich selbst von selbst. Das geschieht bei mir nicht unbedingt in aufklärender Form durch Wissensvermittlung, sondern eher dadurch, dass ich Einblick in meine Gedanken- und Gefühlswelt gebe. Oft in Form von Geschichten und Gedichten, manchmal durch Erlebnisberichte und Texte darüber, wie es mir gerade geht. Das Geisterstundenbloggen als Nachtwolf gehört da natürlich auch zu.

Natürlich schreibe ich aber nicht nur schwermütiges, melancholisches und düsteres Zeug. Ich konnte meine heitere, lebenslustige und bisweilen komische Seite lebenslang nicht verstecken. Das gelingt mir auch hier nicht, auch wenn ich es manchmal versuche.

Alles in allem entsteht auf meinem Klapperhorn-Blog also seit Januar eine recht vielseitige Sammlung in Schrift und Bild, was wohl auch stark meine Persönlichkeit widerspiegelt. Ich war nie spezialisiert, sondern vielseitig interessiert. Mit den Ergebnissen meines daraus resultierenden Schaffens möchte ich Leser und Betrachter unterhalten, belustigen, zum Nachdenken anregen, zum gruseln bringen oder sogar erschrecken und informieren. Alles in allem kann man sagen, ich gestalte ein unsinnschriftbildliches Blog-Erlebnis für Kopf, Herz und Seele.

Ich freue mich auf euren Besuch und eure Worte! 🙂

Liebe Jo, wow, was für ein Text! Vielen Dank, das ich auch deinen Blog vorstellen darf, hat mir viel Spaß gebracht ( ok, ich habe den Text kopiert), aber wir haben im Vorfeld ja auch hin und her geschrieben:) Danke auch für deine Ehrlichkeit und Offenheit!

Euch ein tolles und interessantes Lesen bei Jo Wolfs Blog Klapperhorn!

Veröffentlicht in Allgemein, Familie, rücksicht, Toleranz

Nacktes Überleben „Blogparade“

Ein Experiment von Sat1, indem 3 Haushalte mitwirkten. Haushalt A 3 junge WGler um die 20 Jahre, 2 Männer und eine Junge Frau, Haushalt B ein Paar, 30 bis 43 Jahre jung und Haushalt C ein Mann um die Mitte 30. Sie alle sollen 30 Tage mit ganz wenig Sachen auskommen, lernen was wichtig im Leben ist und auf was man verzichten kann.  Muss gleich sagen, wir haben nicht den Anfang gesehen und auch nicht das Ende. Wir sahen nackte Menschen im TV, die schamhaft ihr bestes Stück versteckten, die bei Minusgraden mit Klopapier eingewickelt draussen rum liefen, das mussten wir sehen;)   Die erste Nacht wurde nackt auf dem kahlen Boden geschlafen, der komplette Inhalt der Wohnungen lagerten in einem Container, der ca 300m von den jeweiligen Wohnungen der Teilnehmer stand. Einer schlief auf Toilettenpapier, der andere in der Badewanne. Geschlafen hat diese erste Nacht wohl keiner gut. Nackt auf dem harten kalten Boden. Nachdem der erste Tag mehr oder weniger gut überstanden war, durften die Teilnehmer mit notdürftiger Selbstbekleidung ( Pappe, Klopapier, Folie, was gerade so griffbereit auf dem Weg zu dem Container war) in den Container, um sich ein wichtiges Teil zu holen. So ging es 30 Tage lang. Von Vorteil war es, das das Paar sich 2 Sachen aussuchen durfte, die WG sogar 3. Der einsame Mann nur 1 Teil. War schon witzig zu sehen, was wichtig für unterschiedliche Menschen ist. Das Paar holte sich gleich eine Matratze und eine Decke, der einsame Mann eine Bettdecke und die 3 WGler zogen sich gleich einen Joggingeinteiler an…..weiter ging es mit Schuhen, Klaomotten, Smartphone und TV. Sogar das Auto war schnell wieder da. Da waren die etwas älteren Teilnehmer schon etwas anders, wichtig waren da Klamotten, ein Radio, Tisch und Stühle, das Sofa ( da kein Bett ). Heute nacht lag ich dann mal wieder im Bettchen und grübelte, was mir wichtig wäre. Unter gleichen Bedingungen, wie es war Winter und 30 Tage. Mir wäre eine warme Decke schon recht wichtig, eine nette Unterlage auch. Da wäre so ein Sofa recht sinnvoll, man kann drauf schlafen und tagsüber sitzen. So wäre ich am 3. Tag schon recht gemütlich eingerichtet gewesen, halt nur nackt. Am 4. Tag würde ich mir dann auch meinen kuscheligen Einteiler ohne Ohren holen. 5. Tag meinen vollgepackten Ebook-Reader. Tag 6 Kaffeemaschine ( ich hoffe das irgendwo ein Becher rumsteht) , ok am 7. Tag meine Badezimmersachen, wie Zahnbürste und Co., wären ja nicht ganz so unwichtig. Bei denen gab es Kernseife im Vorfeld. Ihhhh. Das macht die Haare stumpf. Spätestens jetzt würde ich schon vom Nixtun fix und fertig sein. Aber ich wäre endlich mal wieder ausgeschlafen. Vielleicht sollte ich am 8. Tag mal den Zwerg und die Hunde aus dem Container holen!? Gehen wir mal davon aus, das meine komplette Familie gut behütet einen tollen Urlaub machen, damit ich mich 30 Tage zu Tode langweilen kann. Also, was brauche ich ? Socken und Unterwäsche. Ja. Ich mogel das mal als ein Teil mit in die Wohnung. Am 9. Tag würde ich mir meine Schuhe rausholen und einen Tag später am 10. Tag eine Jacke, so kann ich dann auch mal das Haus verlassen und die Natur geniessen. Da am 11. Tag mein Einteiler bestimmt nun auch für andere müffelt, muss die Waschmaschine wieder einziehen. Eigentlich wollte ich sämtliche Geräte, mit denen ich Kontakt zur Aussenwelt haben könnte, vermeiden, daher würde ich am 12. Tag nur ein Telefon mit nach oben nehmen. So kann ich meine Familie erzählen, wie toll es ist, mit NIX zu leben.Tag 13 kommen ein paar Zeichensachen wieder nach Hause, irgendwie muss der Tag ja genutzt werden. Da ich am 14. Tag wieder etwas menschlicher aussehen möchte, würde ich eine Hose holen, die ich so ja noch gar nicht tragen kann, da ich oben rum nackt wäre. So kommt dann am 15. Tag ein Hoodie mit. Ganz ehrlich, jetzt würde ich so langsam überlegen müssen…was braucht man/frau? Verkürzen wir das alles mal:

16. Tag ein Tisch, 17. Tag Stühle, 18. Tag ein paar Bücher, 19. Tag ein Bild, damit die Wände wieder etwas wohnhafter wirken. 20. Tag Wohnzimmerschrank, der so ganz kahl und leer, bestimmt ziemlich blöd aussieht. 21. Tag noch ein paar Bücher für den leeren Schrank. 22. Tag ein Teppich, wo am 23. Tag dann der Wohnzimmertisch rauf kann. Am 24. Tag kommt dann endlich unser Bett ins Schlafzimmer, das Sofa hat bestimmt schon einen Hängebauch.5 Dinge darf ich jetzt noch einziehen lassen. Ich gehe jetzt mal davon aus, das Besteck und Geschirr in der Küche stehen. Der 25. Tag beschert mir eine Stehlampe, damit es abends gemütlicher wirkt. 26. Tag ein Radio, damit es nicht mehr ganz so ruhig ist. So, und da mich das Radio jetzt so an den TV erinnert hat und die Ecke im Wohnzimmer sowas von leer aussieht, darf der jetzt auch am 27. Tag einziehen. Ja, nun ist es fast wie vorher:) Am 28. Tag hole ich mir mein altes Ibook, was nicht mehr ganz so top ist und auch nicht ins Inet kann, zu mir, damit ich für euch schon mal den Lageplan vorbereiten kann. Den 29. und 30. Tag hole ich mir nichts mehr, geniesse einfach das leere Haus, vielleicht schlaf ich noch mal eine Runde, lese und schreibe etwas. Schade, das am 31. Tag wieder alles voll ist, Sachen, die man nicht wirklich benötigt, stehen wieder an ihrem alten Platz und stauben ein. Natürlich freue ich mich auf meine Liebsten. Die ich nie und nimmer so lange missen möchte. Aber mal so ein paar Tage keine Pflichten, ach das wäre wohl auch langweilig. Ich geh mal davon aus, wenn man wirklich in so einer Situation steckt, in der mn nichts hat, vermisst man bestimmt relativ schnell Dinge, die einem auf einmal total wichtig erscheinen, die man aber vielleicht 1x im Jahr in der Hand hält. Sachen, die ich nicht missen möchte, wären alte Fotoalben, Erinnerungen, die man im Herzen hat, aber es doch immer wieder schön ist, sie zu sehen. Um heute zu überleben, wären Handy und PC wohl auch recht wichtig. Könnte mir aber auch ein Leben ohne Handy vorstellen können. Auf Internet möchte ich nicht mehr verzichten, irgendwie weiss man heute mehr, als zur Schulzeit, dank Tante Google;)

Was wäre euch wichtig zum Leben?  Auf was könntet ihr verzichten?

Wäre absoluter Minimalismus etwas für euch?

Gehen wir mal davon aus, das wir keine Kinder und Haustiere haben!

Ich bin gespannt!

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Junge Mütter

1939 bekam die damals 5jährige Lina M. aus Lima ihr ersten Kind, einen Sohn. Sie litt an einer zu früh einsetzenden Pubertät! In den 1950ern war es keine Seltenheit das 11 oder 12 Jährige nach einer Vergewaltigung schwanger wurden, so die damaligen Krankenschwestern aus dem Krankenhaus in Lima, eine 5 jährige war da schon eine Seltenheit.

Deutschlands jüngste Mama war gerade mal 12 Jahre alt. Rekordhalterin ist D., sie bekam mit knapp 13 Jahren ihr erstes Kind, mit 22 hatte sie gerade ihr 6. bekommen. Man muss sich das mal überlegen, mit 12 Jahren ist frau heute meistens noch selbst ein Kind oder? Also ich war es. Ich habe da noch mit Barbies ( ich war ein Spätzünder in Sachen Barbies) gespielt, gut teilweise auch schon mit Ken. Aber mit 12 Jahren wusste ich nichts vom anderen Geschlecht. Das waren halt Jungs, mit denen man prima spielen konnte. Das war es dann auch schon. 4. Klasse Grundschule gab es dann Sexualkunde. Woah. Meine damalige beste Freundin Karen und ich wollten nicht zum Unterricht. Wir dachten, das sich ein Junge und ein Mädchen nackt, N A C K T vor der gesammelten Klasse stellen musste. Das Jungs anders aussehen, das wusste wir natürlich. Scham gabs auch schon in dem Alter. Zum Glück waren es nur Bilder, die die Unterschiede zeigten. Was und wie die Lehrerin uns das alles erklärte, weiss ich nicht mehr. Wurden wir da schon aufgeklärt? 4. Klasse?  Da waren wir ca 10 Jahre alt. Mit Jungs noch nichts am Hut. Ausser zum Spielen.

Teilweise fangen die ersten „Liebeleien“ ja schon in der Sandkiste an, die Sandkistenliebe. Aber kann man das schon ernst nehmen? Oder muss man es? 7. Klasse wird es dann spannender. Beginnende Pubertät bei den Mädchen. Bei den Jungs heisst es ja immer das die 7 Jahre später reif werden als wir Damen. Aber die werden ja auch einen Hormonumschwung in dem Alter von 14…16 Jahren erleben. Also könnte es ab der 7. Klasse schon etwas brenzliger werden, wenn die Kids da schon etwas frühreifer sind. Ich war da nicht reif für soetwas, ich gehörte eher zu den Spätreifen. Aber es gab ein zwei Mädchen, die Ende der 7. Klasse schon ein paar Freunde hatten, Händchenhalten und ein bisschen buzzeln. Die eine soll auch schon tiefer unterwegs gewesen sein.

In dem Alter habe ich meinem Mann einen ersten „Liebesbrief“ geschrieben, aber einen harmlosen.

In der 8. tuschelte eine Schulkameradin, das ihr Freund, ein damaliger aus der 10., mit ihr schlafen möchte. Ok, schlafen ist ja nicht so schlimm, Sex dagegen wäre was anderes. Wie? Ach! Der will SEX? Oh nein. Du hast ja wohl NEIN gesagt! Wie? Nicht? …..ich war erschrocken. Ich war geschockt. Sex. Ich habe diese Geschicht nicht weiter verfolgt. Das war zu heftig. Ich war schliesslich sogar von den Gedanken her sehr jungfräulich unterwegs.

Klar war man ab und ab mal „verliebt“, aber das war es schon. Wenn ich dann bedenke, das in diesem zarten Alter, in dem wir uns entwickeln, körperlich und auch geistig, plötzlich ein Mädchen ein Baby bekommt, wird mir ganz anders. Klar, es gibt hundertpro schon sehr sehr reife Mädchen, die mit 14 Jahren schon alles erlebt haben, es satt haben in die Disco zu gehen, die quasi schon gelebt haben. Aber das ist doch eher selten oder? Dann gibt es welche, die es vielleicht in ihrer Kindheit schlecht hatten und deswegen früh, selber ein Baby haben wollen, weil sie so ihre Liebe, die sie nie selbst bekommen haben, ihren Kindern geben wollen. Bzw dadurch sich erhoffen, Liebe von den kleinen Geschöpfen zu bekommen.Ausnahmen gibt es bestimmt immer.

Es gibt ja mittlerweile zig TV Sendungen mit Teeniemüttern, die unter 18 ihr erstes Kind bekommen, teilweise auch schon ihr 2. .Meistens kümmern sich dann die Großeltern um das Baby, weil die Tochter ihren Schulabschluss machen muss. Weil die Tochter mit ihren Freundinnen um die Ecke ziehen muss.

Meine eine Cousine bekam ihr erstes Kind mit 18, frühreif war sie schon immer, aber Lebensreif nicht. Das Kind wurde von Oma groß gezogen.Damit meine Cousine ihre Ausbildung fertig machen konnte und um die Häuser ziehen konnte. Sie selber war auch mehr oder weniger bei unseren Großeltern aufgewachsen. Sie heiratete danach recht schnell, nein, nicht der Vater vom ersten Kind. Der war selbst noch jung und wollte leben. Bald kam Kind Nr. 2. Dieses musste sie selbst erziehen, beide Kinder haben heute einen Knacks. Sie verliess das 2. Kind mit 13 Jahren, um Mann Nr. 2 weit weg von der Heimat zu heiraten. Kind 2 hat auch recht früh ein Kind bekommen, das bei dem Vater lebt und sie nur regen Kontakt zu ihrem Kind hat. Eine normale Bindung wäre bei ihr gar nicht möglich. Sie selbst hatte auch keine normale Kindheit gehabt.

Alle kommen aus der Mittelschicht, mehr oder weniger. Bei jungen Müttern hört man meistens, das deren Kindheit auch nicht gerade super verlief, Mutter Alkoholikerin, Vater arbeitslos und teilt sich die Flaschen mit seiner Frau. Nein, es gibt auch die Kinder, die Kinder bekommen, die aus behüteten Haus kommen. Die alles hatten, alles haben und doch fehlte etwas…Ist es doch die fehlende Aufklärung? Ich denke mir immer, das Jugendliche, die Sex haben, soviel Krips haben, das sie auch über die Verhütung nachdenken.Unfälle gibt es immer. Alkohol steigert diese Unfälle mit Sicherheit.

Waren die Aufklärungen zu aufgeklärt, das die Kinder von heute jeden Scham ausgeschaltet haben? Oder wieso gibt es Partys mit unter 18 jährigen, an denen Gruppensex stattfindet? Wieso haben sämtliche um die 16 schon ihr erstes Mal erlebt? Hat das erste Mal gar nicht mehr dieses Besondere, was wir früher immer zu hören bekommen haben? Ist es jetzt nur noch ein Wettbewerb? Unser Teeniezwerg ist jetzt 15 Jahre jung. Seit 2-3 Monaten trifft sie sich mit einem Schulkameraden. Angeblich alles freundschaftlich, aber sie mögen sich. Ich glaube sie ist ein wenig verknallt. Ich hoffe, das sie keinen Mist baut und so verklemmt und zurückhaltend wie ihre Mutter in dem Alter war. Zumindestens kann ich nicht mehr Oma mit Mitte 30 werden. 

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Reife Mütter

Zur Zeit ist die älteste Mutter die Rumänin Adriana Iliescu , damals 2005 bekam sie nach einer künstlichen Befruchtung ihr erstes Kind-mit 66 Jahren.(Es war eine eigentlich Drillingsschwangerschaft, in den ersten 9 Wochen verlor sie das erste Kind, in der 30. Woche das 2.) Dafür gab es einen Eintrag ins Guinness-Buch für den neuen Alters-Rekord. Diesen Titel trugen zuvor die bei Geburt 65-jährige Inderin Satyabhama Mahapatra, eine 64-Jährige und zwei 63-jährige Mütter. Eine davon ist Arceli Keh aus Kalifornien, die andere die Italienerin Rosanna della Corte. Ihre Niederkunft war 1994 eine medizinische Sensation – und machte auch ihren inzwischen eher berüchtigten Geburtshelfer weltweit berühmt. 5 Jahre später überlegte sie sich, noch mal schwanger zu werden. Mit 71 Jahren! Gianna Nannini ist nach eigenen Worten auf natürliche Weise mit 54 Jahren schwanger geworden.

Mit 67 Jahren verstarb 2010 die damalige älteste Mutter von Zwillingen. Sie waren 2,5 Jahre alt, als ihre Mutter verstarb.

Als ich vor knapp 4 Jahren schwanger wurde, kam ich nicht ins Buch der Rekorde, war ja auch erst süße 42 Jahre jung. Überlegt hatten wir vorher, der Zwerg ist ein absolutes Wunschkind, aber an das Alter hat man doch schon gedacht. Was ist wenn er 10 Jahre alt ist?  Was sagen seine Freunde? Kommen wir dann noch hinterher? Nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mobil. Wir konnten diese Fragen mehr oder weniger alle mit positiven Gedanken beantworten. Vom Kopf her sind wir jung geblieben und ausreichend aktiv, das wir in den nächsten Jahren auch noch „sportlich“ unterwegs sein werden. Eine Freundin von mir bekam mit 45 Jahren ihr erstes Kind, das zweite kam 3 Jahre später. Beide gesund, das erste hat ADHS, wie die Mutter. Was hat sie manchmal geflucht. Jetzt 10 Jahre jünger, meine Nerven. Und dann die Schwangerschaft, ich konnte nichts mehr machen. Liegt das echt am Alter? Bei meiner ersten SS war ich 30. Alles gut, bis auf Kreislaufprobleme, Übergewicht und Fressattacken. Danach kamen die Schlafattacken. Ach, was war ich froh, als der Teeniezwerg endlich da war. Die Zwergenschwangerschaft war ein Traum. 12 Jahre älter und fit wie Turnschuh bis zur Niederkunft. Wir sind Steilküsten hoch und runter, nein nicht auf Wegen oder Treppen, sondern einfach da hoch, wo wir hoch wollten oder runter. Gebadet haben wir bis Mitte November, ein paar Tage später kam er auf die Welt. Pünktlich.

Damals in meiner Schulzeit hatten wir eine neue Klassenkameradin bekommen. Sabine (nenn ich sie mal) war wie wir so um die 13 Jahre alt, schüchtern und klamottenmässig recht altbatsch. Aber sie war nett. Eines Tagen lief ein alter Opa über den Schulhof und sprach mich an. Ob ich Sabine kenne und ob ich wüsste wo sie ist!? Ja, ich wusste wo seine Enkelin ist. Ich bin in die Klasse gelaufen und rief Sabine zu, das ihr Opa draußen auf dem Schulhof auf sie wartet. Sie guckte mich an, im Nachhinein etwas böse, traurig und geschockt und ging dann raus. Sie kam mitten im Unterricht zurück und sah verheult aus. Sie hatte ganz rote Augen und schniefte noch etwas. Was war bloß passiert. In der Pause bin ich gleich zu ihr hin, um zu fragen, ob was passiert wäre. JA. Wieder heulte sie. Plötzlich sagte sie, das es sie ankotzt, das alle denken, das ihr Papa ihr Opa sei! Oh. Das war ihr Vater. Oh. Er war schon 72, ihre Mutter so alt wie ihre Halbschwester. 42 Jahre. Er hatte weiße Haare und einen weißen Bart und sah echt alt aus. Ok, für eine 13 jährige sahen auch schon Mitte 30er alt aus.Er sah steinalt aus. Mir tat es damals so leid, das ich heute noch an sie denken muss. Ihr Vater wird schon länger nicht mehr leben, denke ich mal. Schon damals war er nicht mehr ganz so fit. Eine andere Bekannte von mir hat einen älteren Mann geheiratet. 20 Jahre älter. Mit Mitte 20 haben sie geheiratet. Da war er schon 46. 3 Kinder haben sie zusammen, seine Kinder aus der Ehe davor haben schon alle Kinder und haben das Alter meiner Bekannten. Zum Glück ist sie fit, um mit den 3 Kids viel zu unternehmen, teilweise war er gar nicht mehr bei größeren Unternehmungen dabei, weil es zu anstrengend für ihn war. Da war er gerade mal Anfang 60. Sehe ich heute ältere Leute mit Kindern, bin ich am Überlegen. Eltern oder Großeltern!? Vor ein paar Monaten traf ich eine 8-10 jährige bei uns im Hundepark. Sie fragte mich wie mein Enkelkind heißt. Alles klar. Ich bin der Meinung, das ich noch nicht ganz so alt aussehe oder? Aber ab wann ist eine Frau zu alt für Kinder? Der Mann kann ja immer Vater werden, der hat keine biologische Ticktackuhr laufen. Rein biologisch könnte ich auch noch. Aber knapp 46 Jahre und noch einmal schwanger? Noch ein Kind groß ziehen? Im Kindergarten zu den Elternabenden unter 20 jährigen sitzen? In den Schwangerschaftsvorbereitungen doof angeguckt zu werden, weil alle denken, das ich die Oma wäre und mich schlau machen will!? Beim Kinderturnen im Rollator hinter dem Kind her schleichen? Zur Abiparty mit Krankenpfleger zum Tisch gefahren werden!?

rollator Zur Hochzeit des Kindes in einer Urne daneben stehen!? Nein, jetzt ist bei mir/uns Schluss! Ich möchte mein Kind jetzt noch genießen und nicht erst einmal all meine Pillen und Tropfen gegen irgendwelche Krankheiten, die man im Alter bekommt, nehmen müssen, um den Tag zu überstehen. Ich möchte auch im Rentenalter wieder Zeit für uns haben, Sachen ohne Kinder machen. Und nicht erst den Kinderwagen mit den Pampers packen, kinderfreundliche Restaurants aufsuchen müssen, erst einen Babysitter für eine Stunde organisieren müssen, um mit meinem Mann mal eben schnell einen Döner in aller Ruhe essen zu können. Das alles wird im Alter ja auch noch mühseliger.Was in jungen Jahren eine halbe Stunde gedauert hat, dauert dann knapp eine Stunde länger. Und der Tag hat ja trotzdem 24 h. Wenn ich bedenke mit 66 Jahren mein erstes Kind zu bekommen…Ui, dann bekomme ich wahrscheinlich die Hochzeit meines Kindes nicht mehr mit. Sogar im Schulalter mit Mitte 70 wird einiges schwer sein zu managen. Was ist wenn das Kind mal was machen möchte, was mit 70 rein körperlich gar nicht mehr geht?! Alle Freunde haben junge Eltern, nur dein Kind sieht von morgens bis abends in ein zerknittertes Gesicht. Was auch nicht weniger wird. Durch die Karriere vieler Frauen, werden Kinder heute später geboren. Früher war es Mitte 20, heute ist Anfang 40 schon fast normal. Ich persönlich finde Anfang 40 noch vertretbar. Wir haben uns damals auch mit der Altersfrage und einer Behinderung auseinandergesetzt. Was ist wenn das Kind sein Leben lang betreut werden muss? Schiebt man es dann irgendwann in ein Heim nur weil man körperlich nicht mehr kann!? Gut, es kann immer mal etwas passieren, was man vorher einfach nicht sehen kann. So wie die armen kleinen 2,5 jährigen Zwillinge, die plötzlich ohne Mama sind. Das kann einem auch mit 30 passieren. Aber alt werden wir nun mal alle.

 

 

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Das Zusammenleben mit einem Wolfhund

Täglich werden wir immer noch gefragt, wie es denn nun sei, das Leben mit einem Wolf!?

20161101_105941Unser erster Ausflug mit Snorre

Ja, wie soll es denn sein? Bis jetzt ganz toll, wir leben nun über 3 Monate mit ihm zusammen und es fehlen mehr Socken als vorher, unser Essen müssen wir teils beschützen, teils müssen wir es spontan abgegeben, weil der Wolf schneller war. Staubsaugerbeutel öfters wechseln, da soll mal einer sagen, das der Mottenhund mehr haart, was wir vorher immer gedacht hatten. Zum Glück wechseln die Hunde ja nicht so oft ihr Fell. Hoffe ich. Rausgehen mussten wir vorher wegen dem Mottenhund eh, geändert hat es sich nur, das mein Mann nach der Arbeit nun mit dem Dicken ne Runde drehen darf. Meistens alleine, damit er noch was lernen kann, und nicht nur vom Mottenhund geschult wird, was nicht immer vorteilhaft ist! Quasi sind wir jetzt eine Hunderunde mehr draussen, als vorher. Draußen wird man noch mehr angesprochen. Auf die Mischung. Auf die Rasse. Auf die Art. Auf alles. Jeder gibt sein Wissen ( hüstel ) dazu und wir werden immer schlauer. Es ist schon spannend, wer sich alles mit den Wolfhunden auskennt. Da ist die Oma mit dem Dackel, die hatte ja schon vor zig Jahren einen Nachbarn, der auch so einen hatte. Den Rex. Genauso wie der Adolf. Das war ja früher der Hund, ein Modehund. Der Postbote, der sich absolut mit Wölfen auskennt und die schon als Kind im Zoo besucht hat. Angst kennt er nicht und möchte gerne mal einen in Natura sehen. Äh, nehmen sie mal bitte ihre Hunde weg ( panischer Gesichtsausdruck ). Es werden Fragen gestellt, was die denn so am Tag fressen? Bestimmt ein halbes Schwein. Ein echter Wolf würde, wenn er kann, 2-4 Kilo Fleisch am Tag verputzen, 10 Kilo sind natürlich gefragter, aber dann schimpfen die Bauern wieder. Das sind hochgerechnet bestimmt 70 Rehe im Jahr für einen Wolf. Wir füttern keine Rehe und auch keine halben Schweine, es gibt tolles Trockenfutter mit abwechselnder Beilage. Mal Hähnchen, Gemüse, Nudel und Reis. Könnt ihr denn auch mit ihm raus oder habt ihr einen Käfig? Wie? Raus? Wir sind doch jetzt hier am Strand mit ihm!? Achso, ja. Ist das nicht gefährlich? Wenn es diese Fragen nicht immer wieder gäbe, wäre das Hundezusammenleben bestimmt voll trist.  Auf die Frage, was es denn für eine Mischung wäre, sag ich meistens: Schäferhund und Wolf. Stimmt ja auch. Ist halt nur keine 1:1 Mischung mehr. Beim Wort Wolf, springen die meisten einen Meter nach hinten, vorher hatten sie noch die Hand liebevoll am Kopf. Das Zusammenleben mit ihm ist bis jetzt klasse, der Mottenhund hat einen Kumpel, sie kommt jetzt auch wieder öfter zu uns, um auch Streicheleinheiten zu bekommen. Hat sie vorher selten gemacht. Sie ist lockerer zu anderen Hunden geworden. Leider habe ich mein Reich, die Küche nicht mehr alleine. Eigentlich sollte er wegen seiner Diebeslaune draussen bleiben, aber wenn er dann da so steht…er darf mit rein, aber nur, wenn er nichts klaut. So habe ich es ihm gesagt. Klappt nur solange, bis er im Mülleimer mit seinem Riesenschädel verschwunden ist. Dann muss er raus. Nicht lange, dann liegt er wieder zu meinen Füssen in unserer Miniküche. Im Kinderzimmer und Küche mussten wir wieder Kindertürgitter einbauen. Zum Schutz für die Stofftiere und dem Essen. Gemütlich morgens auf dem Sofa sitzen und einen Kaffee trinken ist schwierig. Sofort kommt der Wolf angesprungen und spielt Schosshund. Er ist ja so klein. Sofasitzen ist bei uns verboten. Leider weiß er das noch nicht, oder es ist ihm egal. Er versucht es immer wieder. Pullis haben oft eine Schleimspur oder ein Löchlein, er knabbert so gerne an uns. Seine Zunge ist überall. Er fordert viel Streicheleinheiten ein, kommen wir dem nicht nach, ist unsere Hand in seinem Maul, umfunktioniert zum Kauknochen. Spontan irgendwohin zum Kaffeetrinken ist nicht mehr. Das machen wir jetzt zu Hause. Gemütlich mit dem Wolf auf dem Schoss. Alleine bleiben? Ja, ausprobiert haben wir es noch nicht. Aber ich höre schon sein Geheule im Duett mit dem Mottenhund. An das zerstörte Sofa möchte ich nicht denken. Also, kam er bis jetzt immer mit. Geh ich alleine einkaufen, ist hier ein Geheule und mein Mann erfreut sich daran. Ironie! Es soll hier nichts negativ rüber kommen, wir wussten was wir uns ins Haus geholt haben. Wir wussten, das er 2x im Jahr seine Wolle verliert, das er nie alleine sein will, das er wie ein Wolf alles verschlingt. Der Zwerg trägt nur noch Strumpfhosen, weil das arme Kind keine vollständigen Socken mehr besitzt. Wir bereuen keinen Tag mit unserem Wölfchen, es werden bestimmt mal Tage kommen, an denen wir uns fragen, was uns am 31.10.2016 geritten hat, aber wenn er einen dann so abschleckt und anguckt, ist alles vergessen. Es ist sicherlich kein Hund für jederman, dafür steckt zu viel Wildnis und Freiheit in ihm. Sein Jagdinstinkt ist zum Glück noch nicht so ausgeprägt, aber er trägt seine Nase ziemlich hoch, wenn wir im Wald sind. Genauso wird er sich in seiner ganzen Art noch ändern, wenn er mit 3 Jahren erwachsen ist. Dann wird er nicht mehr zu jedem 2 Beiner laufen und den fröhlich freundlich begrüßen, er wird ihn dann einfach links liegen lassen und treu neben seinem Rudel schreiten. Genauso wird er auch anderen Hunden entgegen treten, dominant, denn er ist der Wolf und steht über allen anderen. Muss nicht so sein, deswegen sozialisieren wir ihn ja ohne Ende, aber es kann so werden. Er wird uns auch noch unterbuttern wollen und seine ganze Größe zeigen wollen. Aber noch ist er ein Kind und muss noch einiges lernen. Ich bin gespannt, wie er sein wird, wenn er erwachsen ist, ich hoffe noch genauso entspannt wie jetzt. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Er ist unser Highlight 2016.

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Da haben sich 2 gesucht und gefunden
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Schlaflose Nächte und Faulitis

Seit Wochen will der Zwerg nicht mehr Mittagschlaf machen. Ok, er ist 3 Jahre alt und groß. Das Doofe ist, das er aber auch abends nicht schlafen will. Schlafen ist doof! Bett ist doof. Er möchte lieber “ Kneta“. Er knetet was das Zeug hält. Morgens, mittags und abends. Zwischendurch auch. Ohne Knete geht nichts mehr. Ich finde es toll. Kneten ist gut für die Motorik. Gut für die Fantasie. Gut für den Teppichboden. Er knete Berge. Häuser. Blumen und andere nicht erkennbare Dinge. Wenn er dann mal nicht knetet, gehen wir in den Park oder Wald oder fahren spontan an den Strand. Bewegung und frische Luft hat er zu Genüge. Er müsste also müde sein. Ist er auch. Abends kämpft er gegen seine müden Augen an. Buch. Buch. Nochmal. Buch. Nochmal. Nach zig Büchern, CD und Händchenhalten, lieb zureden, schimpfen, fast selbst eingeschlafen, schnorchelt er plötzlich vor sich hin. Er schläft! Da er ja jetzt schon 3x einfach in seinem Schlafsack die Treppe runter ist und es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte, natürlich mit TV an, kauften wir ein neues Türgitter für sein Zimmer. Super. Kind kann nicht mehr raus. Pustekuchen. Der Zwerg kann es alleine öffnen. Und es ist nicht leicht (oder bin ich zu blöd!?)! Also, schlafe ich jetzt jede Nacht bei ihm. Mit einigen Unterbrechungen. Trinken. Licht. Heia. Morgens liege ich dann bewegungslos im Bett und lass mich vom Zwerg quälen. Decke weg. An Mama ziehen.

Wenn Menschen dafür gemacht wären,

morgens munter aus dem Bett zu springen,

würden wir in Toastern schlafen!

Quelle: krassestory.de

Gebrabbel ohne Ende. Ok, ich steh auf. Aber lass mich noch 5 Minuten liegen. Nein. Ich zieh wie jeden Morgen den Kürzeren und stehe freiwillg, fast, auf. Kaffee. Wach werde ich nicht. Jetzt könnte ich gleich aufs Sofa gehen und den ganzen Tag nix tun. Aber wirklich so gar nichts. Ok, schnell den Zwerg fertig machen und Knete rausholen. Mit dem Wolf schnell Pipi im Garten. Sofa. Die ganzen Sachen, die ich im Kopf habe, wie Wäsche waschen, Staubsaugen, Staubwischen echt. verdränge ich. Die Hunde müssen raus. Jetzt ist es nicht so, das der Zwerg sich schon alleine anzieht und fertig an der Tür steht. Nein, ich muss ihn durchs ganze Haus jagen. Treppe hoch, Treppe runter. Um das Sofa rum. Doof das wir 2 davon haben. Nachdem ich dann sofareif und durchgeschwitzt bin, hab ich ihn endlich gefangen. Puh. Wie nach einem Triathlon fühle ich mich, noch bevor wir draussen sind. Zum Glück muss ich nicht ganz so lange hinter den Hunden herlaufen, um sie an zuleinen. Die sind da etwas netter. Im Park kann ich dann abschalten. Immer die Augen auf. Kind. Mottenhund. Wolf. Das geht schon von alleine. Hier und da kurz ein Smalltalk. Ich werde sogar nach 20 Minuten frischer Luft wach. Meistens sind wir eine Stunde unterwegs. Danach gehts wieder los, nur in anderer Reihenfolge. Mein Sofa. Ich sehe es schon. Halt. Was ist das? Besetzt? Beide? Der Zwerg und der Wolf. Pitschepatschenass und dreckig. Super, nicht nur Wäsche waschen, Staubsaugen, Staubwischen ect, nein auch noch Sofa schrubben. Mensch Kinners, ich müde! Ich will nicht sauber machen. Nein, ich will nicht. Ich mag einfach nicht. Ich will faul sein. Kann ein 3jähriger Zwerg nicht mal den Staubsauger nehmen und seiner Mutter einen Kaffee ans Sofa bringen? Ist das zu viel verlang? Es würde mir schon ausreichen, wenn er nur den Staubsauger nimmt oder mal wieder eine Nacht durchschläft. Ich will wieder neben meinem Mann einschlafen und auch aufwachen. Aber sagt das mal einem Zwerg. Meine Hoffnung besteht darin, das es nur ein Phase ist, die irgendwann bevor er 18 wird, vorbei ist. Meine Krankheit, die Faulitis wird von alleine wieder weggehen, wenn es draussen wieder freundlicher wird. Heizungsluft schlaucht ja auch. So, falls ihr mich sucht, ich liege jetzt mit dem Staubsauger, der Wäsche und dem Mottenhund, dem Wolf und der ganzen Knete auf dem Sofa!